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Fortuna Düsseldorf erreicht Halbfinale des DFB-Pokals nach spannendem Fußball-Krimi

Im Viertelfinale gegen den FC St. Pauli gewinnen die Gäste im Elfmeterschießen und revanchieren sich für die Ligapleite drei Tage zuvor.

Düsseldorfs Vincent Vermeij (M) jubelt mit seinen Mannschaftskollegen über seinen Treffer zum 0:1. Die Fortuna hat das Pokal-Halbfinale erreicht.
Foto: Christian Charisius/dpa

Fortuna Düsseldorf hat den FC St. Pauli aus dem Wettbewerb geworfen und erstmals seit 28 Jahren das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht.

Im Elfmeterschießen gewannen die Gäste das Viertelfinale in Hamburg mit 4:3 (2:2, 1:1, 1:0) und nahmen Rache für die Niederlage in Düsseldorf drei Tage zuvor.

Vincent Vermeij (38. Minute/Foulelfmeter) und Ao Tanaka (99.) trafen während des Spiels für die Fortuna, nachdem Paulis Pokal-Torwart Sascha Burchert einen Fehler gemacht hatte. Die Fortuna sicherte sich die Prämie in Höhe von 3,45 Millionen Euro. Marcel Hartel (60./Foulelfmeter) und Carlo Boukhalfa (120.+1) waren erfolgreich für den Zweitliga-Tabellenführer. Trotzdem reichte es Pauli nicht für die erste Halbfinalteilnahme im Pokal seit 2006. Der Großteil der 29 546 Fans am Millerntor ging enttäuscht nach Hause.

«Der Pokal hat eigene Gesetze», hatte Pauli-Trainer Fabian Hürzeler kurz vor dem Anpfiff im ZDF gewarnt. Seine Spieler sollten sich nach dem Sieg in der Liga bloß nicht zu sicher fühlen. In der Anfangsphase führte das dazu, dass beide Teams nur sehr vorsichtig nach vorne spielten. Der Abschluss von Düsseldorfs Tanaka in der 15. Minute war der erste gefährlichere Torschuss – und brachte nichts ein.

Wenige Minuten zuvor hatte Fortuna-Trainer Daniel Thioune mit Besorgnis beobachten müssen, wie Emmanuel Iyoha früh im Spiel verletzt ausgewechselt werden musste. Takashi Uchino kam für ihn ins Spiel. Dadurch wurde die Aufgabe am Millerntor nicht einfacher.

Fortuna-Vorstand Klaus Allofs, als Profi einst viermal Pokalsieger, hatte zuvor betont, das Erreichen des Halbfinales wäre wirtschaftlich ein «Quantensprung». Nur noch drei Bundesligisten, zwei weitere Zweitligisten und Drittligist 1. FC Saarbrücken als mögliche Gegner sind sportlich zudem außergewöhnliche Aussichten für die Vorschlussrunde, die im Februar ausgelost wird.

Der Videoassistent sorgte dafür, dass Düsseldorf nach ungefähr einer halben Stunde dem Halbfinale deutlich näher kam. Anstatt den Strafstoß zu geben, hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann zunächst aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung gepfiffen, aber nach Überprüfung wurde die Entscheidung wieder zurückgenommen. Burchert hatte Vermeij im Strafraum eindeutig gefoult und der Düsseldorfer ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht entgehen.

In der Folge, auch zu Beginn der zweiten Halbzeit, änderten die Gastgeber ihre Spielweise und wurden offensiver. Das Spiel wurde außerdem intensiver. Der sich beschwerende Hürzeler erhielt von Stegemann kurz nach Wiederanpfiff die Gelbe Karte (51.). Düsseldorf zog sich in dieser Phase deutlich weiter zurück und wartete auf Konter.

St. Pauli wurde für seine Passivität mit zahlreichen Offensivaktionen bestraft, und Tanaka musste sich gegen Philipp Treu nur mit einem Foul im Strafraum behelfen. Hartel verwandelte den Elfmeter in die linke untere Ecke. Das Spiel wurde allmählich zu einem Nervenspiel, und beide Vereine konnten bis zur Schlussphase keine klaren Torchancen herausspielen.

Das Spiel musste daher in die Verlängerung gehen, in der Hartel eine große Chance zur Führung verpasste (97.). Auf der anderen Seite konnte Burchert einen Schuss nicht festhalten, Tanaka reagierte schnell und erzielte ein Tor. Hürzeler erhielt kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte (120.), bevor Boukhalfa St. Pauli praktisch in letzter Sekunde ins Elfmeterschießen brachte.

dpa