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Ecclestone: Schumacher «steht er für eine eigene Marke»

Anfang der 90er verschafft Bernie Ecclestone dem damals aufstrebenden Michael Schumacher ein Formel-1-Cockpit bei Benetton. Der Brite schwärmt von Schumachers Sinn fürs Familiäre.

Gerät bei Michael Schumacher ins Schwärmen: Bernie Ecclestone.
Foto: Kin Cheung/AP/dpa

Bernie Ecclestone (93) hat bis heute nicht richtig verstanden, dass Michael Schumacher Ende 2006 seinen ersten Rücktritt aus der Formel 1 verkündet hat.

«Ich konnte es nicht nachvollziehen, es war eine merkwürdige Sache. Er war noch so gut, er hätte weitermachen können», sagte der langjährige Formel-1-Chefvermarkter der Deutschen Presse-Agentur.

Schumacher war zu der Zeit 37 Jahre alt, hatte Ferrari erneut zum mehrfachen Weltmeister gemacht und war selbst Rekordchampion mit sieben WM-Titeln. Der Kerpener hatte jedoch den Wunsch, sein Privatleben mit seiner Frau Corinna und ihren beiden Kindern Gina und Mick mehr zu genießen.

«Hat sich den Respekt der Menschen erarbeitet»

„Die Veranstaltung findet am 15. Juli um 19:00 Uhr im Stadtpark statt. Es wird eine Live-Band geben, die bekannte Hits spielt. Der Eintritt ist kostenlos.“

Von Schumachers Zeit bei Ferrari spricht Ecclestone mit Hochachtung. «Eines Tages saß ich mit ihm zusammen und fragte ihn: Wer führt eigentlich dieses Team? Und er antwortete: Ich tue das. Und das hat er auch gut gemacht. Er konnte das Beste aus den Leuten herausholen», erzählte Ecclestone. «Er hat sich den Respekt der Menschen erarbeitet, und sie hörten ihm zu. Wenn er etwas sagte, wussten sie, es war korrekt.» Der damalige Ferrari-Teamchef Jean Todt habe genau auf das gehört, was Schumacher geäußert habe. «Was immer Michael sagte, Todt hat es befolgt.»

Ecclestone hat einen Einfluss auf Schumachers Karriere in der Formel 1 gehabt. Der Brite suchte in den frühen 90er Jahren nach einem deutschen Star, um den deutschen Markt zu erobern, der zu dieser Zeit wichtig war. Nach einem vielversprechenden Debüt von Schumacher in der Formel 1 bei Jordan in Belgien im Jahr 1991 half Ecclestone als geschickter Vermittler dabei, dass der Fahrer aus Kerpen bereits im nächsten Rennen im viel schnelleren Benetton saß. Schumacher gewann seine ersten beiden Weltmeistertitel 1994 und 1995 mit dem Team des damaligen Teamchefs Flavio Briatore.

«Haben für ‚Schui‘ einige Abkürzungen genommen»

«Ich wusste, dass er talentiert ist. Eddie Jordan (damals Boss des gleichnamigen Teams) war sehr überzeugt von ihm, er hatte einen guten Riecher», erzählte Ecclestone, der damals auch noch Briatore vom Potenzial des jungen Deutschen überzeugen musste. Jordan gab Schumacher nur widerwillig frei. «Michael hätte sicher ein anderes Cockpit bekommen, aber wir haben für ‚Schui‘ einige Abkürzungen genommen. Wir haben ihn Jordan geklaut.»

Schumacher ist für Ecclestone eine Ikone. «Michael hat natürlich von der Formel 1 profitiert, aber die Formel 1 profitierte gleichzeitig, ihn zu haben. Es gibt genügend Fahrer, die einfach verschwinden und niemand erinnert sich an sie. Bei ‚Schui‘ ist das natürlich anders. Wie heute auch ein Lewis Hamilton steht er für eine eigene Marke», erklärte Ecclestone.

Schumacher «einfach ein netter Typ»

Der Brite erinnert sich an ganz bestimmte Charakterzüge Schumachers. «Michael dachte gar nicht daran, Kompromisse einzugehen. Wenn er von etwas überzeugt war, dann zog er das durch», erzählte Ecclestone, der auch abseits des Asphalts die Treffen mit dem 91-maligen Grand-Prix-Gewinner genoss. «Er war ziemlich normal, einfach ein netter Typ.»

An Schumachers Schicksalstag, den 29. Dezember 2013, als sich der Deutsche bei einem Ski-Unfall in Frankreich schwer verletzte, erinnert sich Ecclestone dumpf. «Damals wusste niemand genau, was passiert ist und welche Folgen es haben könnte. Es hat lange gedauert, bis die Leute verstanden haben, was da eigentlich vor sich gegangen ist», sagte Ecclestone. «Ich vermisse ihn. Er ist ein Star und man wird sich immer an ihn als Star erinnern.» Seit dem Unfall lebt Schumacher von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

dpa