Es geht um die Sicherheit. Eine Auseinandersetzung um ein System zur Ortung der Fahrerinnen sorgt schon vor dem Start der Romandie-Rundfahrt der Frauen für Aufsehen.
Eklat um GPS-Chips: Radsport-Verband suspendiert fünf Teams
Eine Kontroverse zwischen dem Radsport-Weltverband UCI und mehreren WorldTour-Rennställen überschattet die Tour de Romandie Feminin. Die UCI verweigerte den Fahrerinnen von fünf Teams den Start beim Auftakt-Bergzeitfahren von Huémoz nach Villars-sur-Ollon, da sie sich geweigert hatten, an einem geplanten Testlauf für GPS-Chips teilzunehmen, und disqualifizierte sie.
Unter den 93 gemeldeten Fahrerinnen wird Canyon-SRAM und die Polin Katarzyna Niewiadoma, die 2024 die Tour de Frances Femmes gewonnen hat, auch als eine der Favoritinnen für den Gesamtsieg angesehen. Somit werden 30 der gemeldeten Fahrerinnen nicht antreten.
Die Disqualifikation basiert auf einem neuen GPS-Sicherheitstrackingsystem, das die Ortung der Fahrerinnen insbesondere im Falle eines Sturzes erleichtern soll. Die Technologie wird auch bei der Straßen-Weltmeisterschaft im September in Ruanda eingesetzt. Der Weltverband testet das System erstmals bei der Rundfahrt in der Westschweiz. Jede Fahrerin erhält pro Team einen GPS-Tracker mit einem 63 Gramm schweren Chip.
Teams wehren sich
«Der Entscheid der Verantwortlichen dieser Teams, sich den spezifischen Regeln der Veranstaltung zu widersetzen, überrascht und gefährdet die Bemühungen, durch die Entwicklung dieser neuen Technologie die Sicherheit im Radrennsport zu gewährleisten», schrieb die UCI in einer Mitteilung. Zudem wies der Weltverband darauf hin, dass «die meisten der betroffenen Teams» Teil einer Organisation seien, die ein eigenes GPS-Trackingsystem entwickelt.
Die Teams haben sich in einem gemeinsamen Statement gegen die Disqualifikation gewehrt und den Weltverband kritisiert. Bereits zu Beginn der Woche hatten sie der UCI ihre Bedenken mitgeteilt und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit gezeigt.
Die Entscheidung, die fünf Teams dennoch zu disqualifizieren, sei «schockierend» und missachte unter anderem die Rechte der Teams und Fahrer. Die Teams seien stets bemüht, den Radsport sicherer zu machen. Doch das müsse «durch Zusammenarbeit und nicht durch Zwang» erreicht werden. Die Rennställe kritisierten unter anderem, dass das System nur an einer Fahrerin pro Team getestet werden sollte und betonten, dass es bereits ein anderes funktionierendes System für das komplette Peloton gebe.