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Nagelsmann startet EM-Vorbereitung mit Neulingen und Marketing-Tag

Nagelsmann plant mit Debütanten und dreht EM-Spots für junge Fans auf Social-Media-Plattformen.

Bundestrainer Julian Nagelsmann startet die Vorbereitung auf zwei EM-Testspiele.
Foto: Boris Roessler/dpa

Nachdem überraschenderweise sechs Neulinge nominiert wurden, beginnt Julian Nagelsmann mit der Vorbereitung der Fußball-Nationalmannschaft auf die EM-Testspiele in Frankreich und gegen die Niederlande. Am Montag wird der Bundestrainer seinen Kader im Teamhotel bei Frankfurt versammeln. Es wird noch keine Trainingseinheit geben, aber wegweisende Gespräche.

Schulbesuch:

Toni Kroos und Manuel Neuer müssen bei ihrer Rückkehr zum DFB auf den Bundestrainer warten. Nagelsmann besucht am Montagvormittag zunächst mit Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig eine Grundschule in Mainz. Die Kinder haben die Möglichkeit, dem DFB-Trio Fragen zu stellen, außerdem wird ein Fußball-Freestyler sein Talent präsentieren. Anschließend spielt Nagelsmann noch mit den Kindern auf einem Kleinfeld. Diese Aktion ist Teil einer DFB-Initiative, die Kinder dazu motivieren soll, im Verein Fußball zu spielen.

Werbeaufnahmen:

Auf den Trainingsplatz geht es am Montag noch nicht – obwohl Nagelsmann doch so gerne mehr Übungszeiten für seine taktischen Vorstellungen hätte. «Die Crux als Nationaltrainer ist natürlich, dass deine Einflussmöglichkeit über Training begrenzt ist», sagte er bei der Bekanntgabe seines Kaders.

Am Marketing-Tag werden Werbeaufnahmen gemacht und EM-Spots gedreht. Mit dem am Sonntag veröffentlichten zweiten Video für das neuen pinkfarbenen Trikot wurde ein Ziel schon deutlich. Der DFB will wieder junge Fans ansprechen, die besonders auf Social-Media-Plattformen unterwegs sind.

Rollengespräche:

Mehrfach sprach Nagelsmann bei seiner Kaderpräsentation von den «Rollen», die er seinen Spielern zugedacht hat. Und klar ist: Nur wer diese annimmt, hat eine EM-Chance. Führungskraft, Backup, Herausforderer, diese Kategorien hat der Bundestrainer in seinem neuen Personalkonzept zu verteilen. Kandidaten, die in kein Raster passen, wie Mats Hummels oder Leon Goretzka, sind aktuell außen vor. Unabhängig von Meriten.

Nagelsmann hatte sein halbes Dutzend Debütanten, darunter Aleksandar Pavlovic vom FC Bayern München, Jan-Niklas Starke vom 1. FC Heidenheim, Maximilian Beier von der TSG 1899 Hoffenheim sowie die Stuttgarter Waldemar Anton, Maximilian Mittelstädt und Deniz Undav, ausgewählt, weil sie voraussichtlich ihre Rolle als Ersatzspieler klaglos und dennoch ehrgeizig annehmen werden.

Die Entscheidung im Zweikampf um die Nummer eins im Tor verspricht Spannung. Marc-André ter Stegen wird voraussichtlich die bittere Nachricht erhalten, dass er nach der Rückkehr von Neuer wieder nur die Nummer zwei ist.

Härtetests:

Alle schönen Nagelsmann-Pläne sind schnell Makulatur, wenn es gegen Frankreich und Holland nicht klappt. Erster Kulminationspunkt ist der Test in Lyon am Samstag beim Vize-Weltmeister und großen EM-Favoriten. Drei Tage später ist Oranje ein ebenfalls kniffliger Kontrahent. Oliver Bierhoff, ehemaliger Langzeit-Macher beim DFB und Torschütze zum bislang letzten EM-Triumph 1996, brachte es bei Welt TV auf den Punkt: «Am Ende hängt es von den Ergebnissen ab. Wenn es in die Hose geht, ist es ein Griff in die Tonne gewesen.»

dpa