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Endspiel für DHB-Coach Gislason? Verband lässt Zukunft offen

Das EM-Vorrundenfinale der deutschen Handballer gegen Spanien hat richtungweisenden Charakter. Es geht nicht nur um das Weiterkommen, sondern auch den Job des Bundestrainers.

Für Alfred Gislason steht im EM-Duell mit Spanien einiges auf dem Spiel.
Foto: Sina Schuldt/dpa

Bei der Europameisterschaft könnten die deutschen Handballer das historische Vorrunden-Aus erleben – und Bundestrainer Alfred Gislason droht in diesem Fall der Verlust seines Jobs. Falls die DHB-Auswahl heute Abend (20.30 Uhr/ZDF/Dyn) im Spiel gegen Spanien erstmals den Einzug in die EM-Hauptrunde verfehlen sollte, wird der 66-jährige Isländer wahrscheinlich nicht mehr im Amt bleiben können.

DHB-Präsident Andreas Michelmann vermied vor dem letzten Gruppenspiel des Olympia-Zweiten ein klares Bekenntnis zu Gislason, dessen Vertrag nach der Heim-WM im kommenden Jahr endet. «Wir haben volles Vertrauen zum Trainer, was das nächste Spiel anbelangt. Darauf sollen sich alle konzentrieren», sagte Michelmann der ARD. 

Wie stets nach großen Turnieren werde das DHB-Präsidium auf einer Sitzung Anfang Februar den EM-Auftritt der Mannschaft und die Leistung des Bundestrainers bewerten und «auf Basis dieser Bilanzen und Analysen» eine Entscheidung treffen. Sollte die deutsche Mannschaft nicht die zweite Turnierphase erreichen, könnte das Treffen auch schon früher stattfinden.

Auch Hanning kritisiert Gislason

Für den Fall eines krachenden Scheiterns bei der Endrunde in Dänemark, Norwegen und Schweden hatte Michelmann schon vor Turnierbeginn eine Jobgarantie für den Bundestrainer verweigert. «Es ist doch klar, dass wir darüber nachdenken würden, wenn die Mannschaft – wovon ich nicht ausgehe – bei der EM absolut nicht performt», sagte der 66-Jährige zu einer möglichen vorzeitigen Trennung von Gislason, der seit Februar 2020 im Amt ist.

Nach der 27:30-Niederlage gegen Serbien droht genau dieses Szenario, zu dem Gislason mit einigen Personalentscheidungen und einem Buzzer-Blackout kurz vor Schluss beigetragen hatte. Dies führte zu massiver Kritik von vielen Experten, der sich auch Bob Hanning anschloss.

«Gegen Serbien ging am Ende alles drunter und drüber. Selbst unserer so hochgelobten Defensive fehlte am Ende der Überblick. Die von allen Seiten hochgelobte Kaderbreite ist nichts wert, wenn man sie nicht sinnvoll nutzt», sagte der Geschäftsführer des deutschen Meisters Füchse Berlin und Nationaltrainer Italiens in einer «Bild»-Kolumne.

Im Duell mit Spanien gehe es nun um alles. Um das Weiterkommen aus eigener Kraft zu schaffen, muss ein Sieg mit drei Toren Vorsprung her. «Es geht um die Zukunft dieser Mannschaft, es geht um die Zukunft des Bundestrainers und es geht um nicht weniger als die Zukunft unserer Sportart», so Hanning.

dpa