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Deutschland vs. Österreich: Handball-Duell um Olympia-Ticket

Spannung vor entscheidendem Spiel. Deutschland Favorit, aber Österreich nicht zu unterschätzen. Baustellen bei DHB-Team sichtbar.

Deutschlands Bundestrainer Alfred Gislason (r) und Marian Michalczik stehen am Spielfeldrand.
Foto: Marcus Brandt/dpa

Deutschland oder Österreich – welche Mannschaft sichert sich das Handball-Ticket für die Olympischen Spiele? Nach dem phasenweise desolaten Auftritt gegen Kroatien muss das DHB-Team länger als erhofft zittern. Gegen Österreich ist die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason an diesem Sonntag (14.10 Uhr/Dyn und ARD) Favorit. Unterschätzt wird das ÖHB-Team aber nicht. Schließlich reichte es beim EM-Duell im Januar auch nur zum Remis. Und Deutschland hat einige Baustellen.

Schwächelnde Führungskräfte: Während der Heim-EM im Januar waren Juri Knorr, Johannes Golla und Julian Köster noch starke Leistungsträger. Doch das Selbstvertrauen ist nun verschwunden. Insbesondere bei Knorr zeigt sich die schwache Bundesliga-Form auch im Nationalteam. Gegen Kroatien verlor der Spielmacher in der ersten Halbzeit mehrmals den Ball im Angriff. Gislason reagierte mit einem Wechsel. Wer soll das Team anführen, wenn nicht die Führungsspieler?

Fehlendes Selbstvertrauen: Ein Ballverlust nach dem anderen bestimmte die deutsche Anfangsphase gegen Kroatien. «Zu hektisch und übermotiviert», analysierte Gislason. Golla schob die Unkonzentriertheiten auf «fehlendes Selbstvertrauen». Das Problem: Dem DHB-Team bleiben nur wenige Stunden, um Sicherheit zurückzugewinnen. Zuversicht zieht die Mannschaft aus der zweiten Halbzeit gegen Kroatien. «Da waren wir gut. Darauf müssen wir aufbauen», forderte Dahmke. 

Mangelnde Chancenverwertung: Die Effektivität fehlt. Ja, Kroatien-Keeper Dominik Kuzmanovic erwischte am Samstag wieder einen Sahne-Tag und parierte die deutschen Angriffe reihenweise. Dennoch zeigten Dahmke, Köster und Co. vor allem in der ersten Halbzeit eine unterdurchschnittliche Leistung. Ob aus dem Rückraum, von Außen oder vom Kreis: Der Ball wollte nicht rein. «Das ist ein Problem, das uns jetzt schon länger begleitet», bemängelte Kapitän Golla. 

Die Zukunft ist unsicher: Die DHB-Profis fürchten um ihren Olympia-Traum. Bundestrainer Gislason ist besorgt um seinen Job. Der Isländer coacht beim Ausscheidungsturnier in Hannover auf Bewährung. Wenn das DHB-Team die Qualifikation schafft, wird der Vertrag des 64-Jährigen bis 2027 verlängert. Falls das deutsche Team scheitert, muss Gislason gehen.

dpa