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Erster Punkt und erster Frust für Schultz bei Köln-Debüt

Bei seinem ersten Spiel gegen den 1. FC Heidenheim stand der neue Kölner Trainer Timo Schultz gleich unter Siegdruck. Doch beim 1:1 gegen den Aufsteiger blieb trotz guter Ansätze nur ein Punkt.

Kölns Julian Chabot (r) im Zweikampf mit Heidenheims Marvin Pieringer.
Foto: Marius Becker/dpa

Erstes Spiel, erster Punkt, doch vor allem erster Ärger: Timo Schultz hat neun Tage nach seinem Antritt als Trainer des 1. FC Köln einen eher enttäuschenden Start erlebt.

Der FC kam im ersten Spiel des Jahres gegen den Bundesliga-Neuling 1. FC Heidenheim nur zu einem 1:1 (1:0) und steckt nach der Premiere des Nachfolgers von Steffen Baumgart weiterhin tief im Tabellenkeller. Die Hinrunde beendete der FC mit nur elf Punkten, Aufsteiger Heidenheim ist nach vier Spielen ohne Niederlage bereits zehn Zähler entfernt. Davie Selke brachte die Kölner in Führung (29.), aber Joker Adrian Beck glich mit seinem ersten Bundesliga-Tor aus (55.).

Im Gegensatz zu Baumgart, der im blauen Trainingsanzug an der Linie stand und sprichwörtlich hemdsärmlig war, hatte Schultz sein Team freiwillig quasi überhaupt nicht verändert. Es gab nur zwei Änderungen im Vergleich zum letzten Spiel unter Baumgart bei Union Berlin, bei dem es zu einem 0:2 kam. Zum einen kehrte Abwehrchef Jeff Chabot nach seiner Gelb-Rot Sperre zurück. Zum anderen musste der verletzte Mark Uth ersetzt werden, wofür Kapitän Florian Kainz ins Team zurückkehrte. Diese Änderung führte zu der einzigen taktischen Änderung, da Kainz anstatt auf der Zehn zu spielen, als zweite Spitze neben Selke aufrückte.

Köln im Spiel nach vorne deutlich verbessert

Die Kölner starteten mit einer offensiven Ausrichtung und waren deutlich motiviert. Die Nervosität war jedoch schnell erkennbar. So geschah es in der 11. Minute, als Torhüter Marvin Schwäbe – der in der Hinrunde der konstanteste Kölner war – den FCH-Stürmer Tim Kleindienst beim Versuch eines Abschlags traf, aber der Ball am Tor vorbeiging. Die Heidenheimer wirkten zunächst überraschend ruhig und gefestigt. Doch nach und nach fanden die Kölner Sicherheit und zeigten eine deutlich verbesserte Angriffsleistung im Vergleich zur Hinrunde.

Denis Huseinbasic hatte die erste große Gelegenheit, deren Schuss der Torhüter von Heidenheim, Kevin Müller, glänzend aus dem Winkel fischte (21.). Und acht Minuten später wurde es im Kölner Stadion so laut wie seit Monaten nicht: Eine Flanke von Kainz konnte Selke mit dem Rücken zum Tor erreichen, dann traf er aus der Drehung etwas glücklich abgefälscht über den Innenpfosten und mit einer Rettungsaktion von Patrick Mainka hinter der Linie.

Die Kölner Fans waren erleichtert, nachdem sie das Team am Freitag mit einer Pyro-Show beim Abschlusstraining motiviert hatten. Diese Erleichterung hätte sich schnell ändern können, wenn Schwäbe nicht überragend gegen Heidenheims Urgestein Norman Theuerkauf in dessen 250. Pflichtspiel für den FCH gehalten hätte (35.).

Schultz wechselt Ausnahme-Talent Diehl ein

Nach dem Wechsel erhöhten die Besucher ihre Anstrengungen in der Offensive. Eine kuriose Szene ereignete sich in der 51. Minute, als Rasmus Carstensen den Ball bei einer Rettungsaktion direkt in die Füße von Kleindienst schoss, der jedoch zu überrascht war und den Ball um vier Meter über das Tor schoss. Vier Minuten später geschah es dann, als Beck, der gerade zur Halbzeit eingewechselt wurde, aus mittlerer Position ohne Druck von Gegnern aus 14 Metern Entfernung traf, nachdem eine abgewehrte Ecke stattgefunden hatte.

Schultz brachte Justin Diehl, der als außergewöhnliches Talent gilt und unter Baumgart in der Hinrunde aufgrund seiner Weigerung zu verlängern nie zum Kader gehört hatte. Der 19-Jährige setzte einige Impulse und durfte direkt Eckbälle und Freistöße schießen. Doch zuerst war Heidenheim am Drücker, Kleindienst köpfte knapp vorbei (68.). Am Ende warf Köln noch einmal alles nach vorne, hatte jedoch Pech, als ein Schuss von Jan Thielmann Müller durch die Arme rutschte, aber gegen den Innenpfosten klatschte – und von dort diesmal nicht ins Tor (80.).

dpa