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Europameister Niklas Kaul erwartet besseres Jahr für deutsche Leichtathletik

Nach WM-Nullnummer optimistisch für EM und Olympia, trotz anhaltender Probleme im deutschen Leistungssport. Ziel: Titelverteidigung bei EM und Medaillen in Paris.

Niklas Kaul hofft auf eine erfolgreiche Saison.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Nach der WM-Nullnummer erwartet Zehnkampf-Europameister Niklas Kaul ein besseres Jahr für die deutsche Leichtathletik – auch wenn nicht alle Probleme in der Olympia-Saison gelöst werden können.

«Wir brauchen uns nichts vormachen. Es ist nicht so, dass wir mit dem Ziel nach Paris reisen können, dass wir dort 15 Medaillen gewinnen. Aber ich denke, dass die Bilanz besser aussehen wird als nach der WM in Budapest», sagte Kaul der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem deutschen Rekord von Zehnkampf-Kollege Leo Neugebauer in den USA rückt Kaul am Montag bei der EM in Rom in den Fokus.

Hohe Bedeutung nicht nur wegen Titelverteidigung

Kaul, der in seinem in diesem Monat erschienen Buch «Die Magie des Zehnkampfs» die Faszination seiner Sportart beschreibt, geht bei der EM in Rom die Titelverteidigung an. «Der Stellenwert der Europameisterschaften ist für mich sehr hoch – nicht nur, weil ich als Titelverteidiger an den Start gehe», sagte der 26-Jährige vom USC Mainz.

In Budapest gab es keine deutsche Medaille. Kaul hatte seinen Zehnkampf vorzeitig beendet. Insgesamt gab es viele Ausfälle, aber dieses Mal sei das Team weniger von Verletzungspech betroffen, sagte Kaul.

«Ein Grundproblem bleibt»

«Aber alle Baustellen werden nach dieser Saison nicht schlagartig verschwunden sein. Ein Grundproblem bleibt, dass wir es nicht schaffen, mehr vielversprechende Talente nach der Schule in den Leistungssport zu bekommen. Das ist aber nicht nur ein Problem in der Leichtathletik, sondern im gesamten deutschen Sport», sagte der Student.

Saisonhöhepunkt sind für den zweimaligen «Sportler des Jahres» die Olympischen Spiele im August in Paris. «Ich hätte natürlich ganz gerne eine der drei Medaillen. Aber dafür muss ich meine Bestleistung liefern, sonst kann ich es knicken. Aber an Olympia denke ich noch nicht, weil erst einmal die EM ansteht. Das ist das erste große Ziel Richtung Paris», sagte Kaul. 

Paris sollen nicht die letzten Sommerspiele für den Weltmeister von 2019 sein. «Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wäre ich gerne dabei. Dann bin ich 30 Jahre alt – das passt», sagte Kaul.

dpa