Der frühere spanische Fußball-Boss Luis Rubiales hat weiter Ärger mit der Justiz. Er muss mehrjährige Haftstrafen fürchten – und bekommt bei der Einreise gleich erste Konsequenzen zu spüren.
Ex-Fußballboss Rubiales in Spanien festgenommen

Luis Rubiales, der ehemalige Präsident des spanischen Fußballverbandes, wurde bei seiner Rückkehr in die Heimat aufgrund von Korruptions- und sexuellen Aggressionsvorwürfen von der Justiz festgenommen.
Rubiales wurde am Flughafen Adolfo Suárez von Beamten der Guardia Civil in Gewahrsam genommen, wie der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien berichteten. Es gab keine offizielle Bekanntgabe der Festnahme, aber ein Sprecher der Guardia Civil bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass der Bericht von RTVE korrekt sei. Rubiales hatte alle Anschuldigungen gegen ihn bestritten.
Nach einem Aufenthalt in der Dominikanischen Republik landete Rubiales den Berichten zufolge mit einem Linienflieger in Madrid. Noch auf dem Flughafen sei er von Beamten in Empfang genommen und über seine Situation informiert worden, so RTVE. Die Fachzeitungen «Marca» und «AS» schrieben, Rubiales sei dann in einem Polizeiwagen zum Gerichtsgebäude in Majadahonda bei Madrid gebracht worden. Dort solle er von einer Richterin in der Sache der mutmaßlich irregulären Verträge vernommen werden. Nach dem spanischen Gesetz kann ein Verdächtiger längstens 72 Stunden festgehalten werden, wenn keine Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr oder anderer Gründe angeordnet wird.
Ermittlungen gegen Rubiales
Es wird gegen Rubiales wegen angeblich unregelmäßiger Verträge ermittelt, die während seiner fünfjährigen Amtszeit beim Fußballverband RFEF geschlossen wurden. Die mutmaßlichen Straftaten umfassen Korruption im Geschäftsverkehr, unlautere Verwaltung und Geldwäsche. Zusätzlich laufen in Spanien strafrechtliche Ermittlungen gegen den 46-Jährigen wegen des Kuss-Skandals bei der WM 2023 in Australien, der weltweit für Aufsehen sorgte. Bei der Siegerehrung nach dem gewonnenen WM-Titel küsste Rubiales die Spielerin Jennifer Hermoso auf den Mund. Hermoso bestritt Rubiales‘ Behauptung, dass der Kuss einvernehmlich war.
Rubiales trat im September letzten Jahres aufgrund des Kuss-Skandals als Verbandschef zurück. Aufgrund der Affäre wurde er von der FIFA für drei Jahre gesperrt. Der Spanier hat alle Anschuldigungen – einschließlich der Korruptionsvorwürfe – bestritten. In beiden Fällen droht dem ehemaligen Funktionär eine mehrjährige Haftstrafe. Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien normalerweise zur Bewährung ausgesetzt.








