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Fans gegen DFL-Investor: Spiel in Paderborn unterbrochen

Die Fußball-Fans haben ihre Ankündigung wahr gemacht und ihren Unmut gegen den DFL-Investorendeal bekundet. In Paderborn führt dieser Protest zu zwei Spielunterbrechungen.

Fans von Hansa Rostock tun ihren Unmut gegen die DFL kund.
Foto: David Inderlied/dpa

Erste Anhänger des Fußballs haben gegen die Entscheidung der DFL für einen Investorendeal protestiert. Während des Zweitligaspiels zwischen dem SC Paderborn und Hansa Rostock äußerten die Fans beider Seiten ihren Unmut und setzten in den ersten zwölf Minuten den zuvor angekündigten Stimmungsboykott um.

Partie in Paderborn zweimal unterbrochen

Ab dem 13. Spielminute zündeten die Fans aus Rostock Feuerwerkskörper. Aus diesem Grund unterbrach der Schiedsrichter das Spiel und schickte die Spieler in die Umkleidekabine. Erst neun Minuten später wurde die Partie wieder aufgenommen.

In der 56. Minute flogen erneut Raketen auf das Spielfeld. Schiedsrichter Wolfgang Haslberger unterbrach die Partie zum zweiten Mal. «Zwölf Minuten schweigen»

Viele Fußballfans wollen an diesem Wochenende ihren Unmut gegen die DFL-Entscheidung mit einem Stimmungsboykott ausdrücken. «Wir sind nicht bereit, dem Ausverkauf des deutschen Fußballs tatenlos zuzusehen. Um zu verdeutlichen, dass der vielbeschworene 12. Mann bundesweit nicht bereit ist, als Teil der Verhandlungsmasse des DFL-Deals mit dubiosen Investoren herzuhalten, werden wir zwölf Minuten schweigen», heißt es in einer am Freitag von mehreren Fangruppen veröffentlichten Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands.

Auf der Mitgliederversammlung am Montag wurde der Deutschen Fußball Liga von den Proficlubs das Mandat erteilt, nun konkrete Verhandlungen mit einem strategischen Vermarktungspartner aufzunehmen. Ein Finanzinvestor soll bis zu einer Milliarde Euro für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen zahlen. Der Vertrag soll eine Maximallaufzeit von 20 Jahren haben.

Wenn es erstmal zwölf Minuten im Stadion still bleibe, «wird es ganz schnell spür- und hörbar für uns», sagte Trainer Sebastian Hoeneß, der am Sonntag mit dem VfB Stuttgart zum Verfolger-Kracher beim FC Bayern antritt. «Beides hat seine Berechtigung. Die Kunst liegt daran, beides zusammenzubringen», sagte er. Einerseits gehe es darum, den Anschluss im internationalen Fußball nicht zu verlieren, aber «definitiv auch nicht den Kontakt» den Fans, die «alles entscheidend» seien. «Das ist ein schmaler Grat.» Man müsse sehr genau hinhören, was die Sorgen der Fans seien. 

«Respektieren die Tradition historisch»

«Wir respektieren die Tradition historisch, aber wir wollen den deutschen Fußball entwickeln», betonte Kollege Xabi Alonso von Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen. «Wir haben Fans in Leverkusen, aber auch in Spanien, Argentinien und in Japan. Wir müssen eine Perspektive haben, die Tradition zu halten, aber auch eine Vision zu entwickeln, weil wir in einem Fußball-Dschungel kämpfen, mit La Liga, Premier League, Liga A und der Serie A.» Die Werkself empfängt am Sonntag Eintracht Frankfurt. 

Die lebendige Fankultur in Deutschland sei ein Alleinstellungsmerkmal, schreiben die Fans. «Doch gerade deswegen ist unsere Teilhabe an dem Produkt Bundesliga zugleich auch unsere größte Waffe! Wir haben unseren Anteil am Wert des Profifußballs in den eigenen Händen», heißt es in dem Statement. «Den Investoreneinstieg sehen wir als einen elementaren Angriff auf den basisorientierten Volkssport Fußball hierzulande. Die Funktionäre mögen Medienrechte verscherbeln können, doch gleichwohl können wir unsere eingebrachten Anteile am Produkt Bundesliga selbst beeinflussen.»

Die Fanszenen kündigten an: «Unsere Ressourcen im Kampf gegen die Profitgier und Willkür der DFL werden wir kollektiv bündeln. Noch könnten die Geschäftsführer der Liga das verhängnisvolle Investmentprojekt stoppen. Wir werden diesen Weg genauestens im Visier behalten!» 

dpa