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Organisierte Fans lehnen Gesprächseinladung der DFL ab und fordern erneute Abstimmung

Die Fans bezeichnen ein neues Votum in der Investorenfrage als alternativlos und kündigen an, weiter für ihre Interessen zu kämpfen.

Tennisbälle wurden bei einem Spiel zwischen Hertha BSC und dem Hamburger SV von Fans aufs Spielfeld geworfen.
Foto: Soeren Stache/dpa

Die organisierten Fans haben in ihrer Begründung für ihre klare Ablehnung der Gesprächseinladung der DFL betont, dass ein neues Votum in der Investorenfrage als alternativlos angesehen wird. Als Reaktion auf eine Mitteilung der Deutschen Fußball Liga kündigten sie an, den Kampf dafür fortzusetzen.

«Je länger die Proteste ignoriert werden, desto geschlossener werden wir für eine Neu-Abstimmung einstehen», hieß es in der Stellungnahme, die von «Unsere Kurve», «QFF – Queer Football Fans», «F_in – Netzwerk Frauen im Fußball», «FC Playfair» und «BAFF – Bündnis aktiver Fußballfans» unterzeichnet wurde. Es sei ein Trugschluss zu glauben, dass sich nur ein Bruchteil der Fans gegen den geplanten Investorendeal und vor allem dessen Zustandekommen positioniere.

Die aktiven Fans haben am späten Donnerstagabend auf eine Mitteilung der Deutschen Fußball Liga reagiert. Diese hatte Vertreter der Fanszenen zu Gesprächen eingeladen, aufgrund der anhaltenden Proteste bei Spielen, die in letzter Zeit häufig zu längeren Unterbrechungen in der ersten und zweiten Liga geführt hatten.

Fans warfen DFL «selbstgefälligen Ton» vor

«Einhergehend mit dem Recht der Mitsprache müssen wir uns alle der Verantwortung stellen, sich intensiv auch mit kritischen Themen auseinanderzusetzen. Nicht jeder Austausch kann garantieren, dass alle Gesprächspartner im Anschluss einer Meinung sind», hatte es von der DFL geheißen. Die Fans sprachen von einem «selbstgefälligen Ton der Presseerklärung» und bemängelten unter anderem auch die Abläufe.

Die DFL verkenne mit diesem Statement einmal mehr, dass die Stadionatmosphäre ein positives Merkmal des deutschen Profifußballs sei, sagte der Vorsitzende von «Unsere Kurve», Jost Peters. «Die Fans sind das, was den deutschen Fußball von anderen europäischen Ligen abhebt. Die Einbeziehung von Fans und Vereinsmitgliedern sollte also nicht nur öffentlich gepredigt, sondern auch gelebt werden.» Davon könne aber in dieser Frage keine Rede sein.

Forderungen nach einer erneuten Abstimmung

Dario Minden, Fanvertreter in der DFB-Kommission Fans und Fankulturen, meinte: «Die wohlfeile Aussage der DFL «Mitsprache durch Fans und Mitglieder in den Vereinen gehören wesentlich zum deutschen Fußball» hat in Sachen Investor keine Grundlage.» Dass auch aus den Reihen der Clubs Forderungen nach einer erneuten Abstimmung laut geworden sind, begrüßten die organisierten Fans ausdrücklich.

Seit einigen Monaten protestieren die aktiven Fan-Gruppen gegen die Pläne der DFL, wonach ein Finanzinvestor der DFL eine Milliarde Euro für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Einnahmen zahlen soll. Bei einer Abstimmung der 36 Profi-Clubs im Dezember wurde die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp erreicht. Das Abstimmungsverhalten von Martin Kind für Hannover 96, der vom Hauptverein angewiesen wurde, dagegen zu stimmen, sorgte für Fragen.

dpa