Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Feiertage im Norden: Kiel und St. Pauli feiern Aufstieg

Zwei Nordclubs haben die Aufstiegsfrage in der zweiten Liga schon vor dem letzten Spieltag entschieden. Holstein Kiel feiert eine große Überraschung, der FC St. Pauli seine Bundesliga-Rückkehr.

Die Fans vom FC St. Pauli stürmten nach dem Abpfiff den Platz.
Foto: Christian Charisius/dpa

Der Norden des Fußballs feiert. Einen Tag nach Holstein Kiel hat auch der FC St. Pauli den Aufstieg in die erste Liga geschafft.

Die Hamburger haben nach 13 Jahren mit einem 3:1 (1:0) gegen den VfL Osnabrück erfolgreich in die Bundesliga zurückgekehrt. Sowohl sie als auch die Kieler sind nach ihrem 1:1 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf fest auf den direkten Aufstiegsplätzen der 2. Fußball-Bundesliga. Nach dem Schlusspfiff stürmten in beiden Stadien tausende Fans auf das Spielfeld.

«Ich bin extrem happy für die Mannschaft, für die ganze Stadt, wir haben das verdient. Ich bin sehr, sehr froh, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen», sagte Pauli-Coach Fabian Hürzeler bei Sky: «Der Erfolg beruht auf harter Arbeit.». Einer der ersten Gratulanten an den FC St. Pauli war ausgerechnet der wieder einmal gescheiterte Nachbar Hamburger SV. «Bei aller Rivalität: Glückwunsch zum Aufstieg», hieß es via X. 

Afolayan wird der Held des Tages

In Kiel brachte der frühere Nationalspieler Lewis Holtby die ganze Aufstiegseuphorie zum Ausdruck: «Mit uns hat keiner gerechnet. Bei jedem einzelnen Spieler hast du in den Augen gesehen: Da ist Feuer drin. Deswegen haben wir uns das mehr als verdient, dass wir jetzt in die Bundesliga gehen!»

Die offiziellen Aufstiegsfeiern werden erst am Pfingstmontag nach dem letzten Spieltag bei beiden Clubs stattfinden. Dennoch brach bereits an diesem Wochenende großer Jubel in Kiel und auf dem Hamburger Kiez aus. Im Holstein-Stadion betraten die ersten Fans bereits vor dem Abpfiff den Rasen. Es gab Feuerwerk über der Arena und Autokorsos in die Stadt: Eine solche Party hat die Sportstadt Kiel selbst nach den vier Champions-League-Siegen der THW-Handballer noch nicht erlebt.

Beim FC St. Pauli begann der Tag des Aufstiegs schon mit einem Fanmarsch von rund 4000 Anhängern zum Millerntor. Im Stadion selbst hing ein Aufstiegs-Plakat mit der Aufschrift: «Im Norden geht die Sonne auf». Held des Tages war der Engländer Oladapo Afolayan, der vor 29.546 Zuschauern zwei der drei Tore schoss (7./58. Minute). Hürzeler wurde nach dem Schlusspfiff von Fans auf den Schultern getragen.

Vor Beginn der Saison galten weder die beiden Nordclubs als Favoriten für den Aufstieg. Diese Rolle wurde von den langjährigen Erstligisten Hamburger SV, Schalke 04 und Hertha BSC eingenommen. Kiel stand vor einer großen Umstrukturierung. Beim FC St. Pauli übernahm Hürzeler sein Team erst im Dezember 2022 als jüngster Trainer im deutschen Profifußball auf dem 15. Tabellenplatz.

Fortuna Düsseldorf spielt die Relegation

Jedoch wird der Kiezclub am Ende dieser Saison an 28 von 34 Spieltagen auf einem der ersten beiden Plätze gestanden haben und das Überraschungsteam Kiel an 20 von 34. An diese Bilanzen kommt kein anderer noch so namhafter Club heran.

«Das ist ein Erfolg von allen. Alle sind schön ruhig geblieben. Wir haben immer schön im Schatten arbeiten können», sagte der Kieler Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver, der den Club auf dem Höhepunkt der Vereinsgeschichte verlassen wird. «Wir haben nicht das Medienaufkommen wie die Traditionsvereine. Und wenn man in Ruhe arbeiten kann, dann kann man etwas bewegen.»

Fortuna Düsseldorf ist ein Traditionsclub, der zwar nicht mehr an Kiel und St. Pauli herankommen kann, aber seit diesem Wochenende vor dem HSV oder Hertha als Teilnehmer an den beiden Relegationsspielen am 23. und 27. Mai feststeht. «Wir haben eine unfassbar gute Saison gespielt und sind uns einig, dass es jetzt gar nichts mehr zu verlieren gibt», sagte Trainer Daniel Thioune. «Wir haben zwei Bonusspiele. Das ist die Crunchtime, die wir uns erarbeitet haben.»

dpa