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Italien siegt gegen Albanien in EM-Auftaktspiel

Titelverteidiger startet mit 2:1-Sieg in Dortmund und träumt vom Finale in Berlin. Spannung bis zum Schlusspfiff.

Italiens Nicolò Barella (2vl) wird nach seinem Tor zum 2:1 von den Teamgefährten umjubelt.
Foto: Friso Gentsch/dpa

Der Titelverteidiger Italien hat trotz eines frühen Schocks gegen den Außenseiter Albanien einen Pflichtsieg zum Start der Fußball-EM errungen. Die Squadra Azzurra gewann in Dortmund mit 2:1 (2:1) und legte somit in der schweren Gruppe B den ersten Schritt Richtung K.o.-Runde zurück.

Am Donnerstag spielt Italien gegen Spanien, das auch mit einem 3:0 gegen Kroatien einen guten Start in die EM hingelegt hat. Im direkten Duell am Mittwoch stehen Kroatien und Albanien hingegen bereits unter Druck.

Italien beherrschte den Underdog vor 60.512 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion vollständig und hatte nur unmittelbar nach dem Anpfiff einen kurzen Moment der Unachtsamkeit. Nach einer Abwehrpanne des viermaligen Weltmeisters erzielte Nedim Bajrami (1. Minute) nach 22 Sekunden das schnellste Tor in der Geschichte der EM und brachte die umjubelte Führung. Alessandro Bastoni (11.) und Nicolò Barella (16.) drehten das Spiel, aber die Italiener ließen zahlreiche Chancen auf das 3:1 ungenutzt.

Drei Jahre nach dem EM-Titel und gut zwei Jahre nach der verpassten WM 2022 träumen die Azzurri wieder einmal vom Sehnsuchtsort Berlin. Im Olympiastadion, wo Italien 1936 Olympiasieger und 2006 Weltmeister wurde, will die Mannschaft von Trainer Luciano Spalletti im Finale am 14. Juli ihren Titel erfolgreich verteidigen. «Das sind die Gänsehautmomente und die Emotionen für die es sich lohnt, zu leben», schwärmte Italiens Delegationsleiter Gianluigi Buffon mit Blick auf den WM-Gewinn 2006.

1069 Tage nach dem Triumph von Wembley begann die EM für den Titelverteidiger jedoch äußerst ungünstig. Nach einem nachlässigen Einwurf von Inter-Profi Federico Dimarco geriet die italienische Abwehr kurzzeitig in Orientierungslosigkeit. Bajrami schnappte sich den Ball und schoss ihn früh zum 1:0 ins Tor.

Der Mittelfeldspieler versetzte die zehntausenden albanischen Fans auf den Tribünen mit dem schnellsten Tor der EM-Geschichte in völlige Ekstase. Die Fans des Außenseiters hatten bereits Stunden vor dem Spiel in der Dortmunder Innenstadt mit Autokorsos die zweite EM-Teilnahme des kleinen Landes nach 2016 gefeiert.

Der Favorit hat den frühen Schock gut überstanden und sofort die Kontrolle übernommen. Nach zehn Minuten erzielte Verteidiger Bastoni das 1:1, fünf Minuten später erhöhte sein Inter-Kollege Barella auf 2:1. Der wichtige Mittelfeldspieler hatte in den letzten Tagen mit einer Muskelverletzung zu kämpfen und war erst kurz vor dem Beginn der EM wieder fit geworden. Der Treffer von Barella wurde kurz vom Videoassistenten überprüft, aber auch hier traf der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer wie bei den meisten Entscheidungen die richtige Wahl.

Italien war jetzt eindeutig in der Überlegenheit. Davide Frattesi traf nur den Pfosten (33.), Gianluca Scamacca (40.) und Lorenzo Pellegrini (45.+2) verpassten das mögliche 3:1.

Die Albaner, die in der Qualifikation Tschechien und Polen hinter sich gelassen hatten, konnten dem Tor von Italiens Kapitän Gianluigi Donnarumma nicht oft gefährlich nahe kommen, da es ihnen an Mitteln und Mut fehlte. Trotzdem wurden alle Annäherungen ans Tor von den albanischen Fans frenetisch bejubelt.

Und da Italien auch in der zweiten Halbzeit den entscheidenden dritten Treffer verpasste, blieb das Spiel bis zum Ende spannend. In der 90. Minute verhinderte Donnarumma das 2:2 durch Rey Manaj und sicherte dem Titelverteidiger den Sieg.

dpa