Giulia Gwinn (24) als Kapitänin, Lena Oberdorf (22) als ihre Stellvertreterin: Horst Hrubesch trifft bei den DFB-Frauen Entscheidungen. Diese zeigen auch in die Zukunft.
Giulia Gwinn DFB-Kapitänin gegen Österreich

Giulia Gwinn vom FC Bayern München wird die deutschen Fußballerinnen gegen Österreich als Kapitänin anführen. Die 24-Jährige vertritt im EM-Qualifikationsspiel am Freitag (20.30 Uhr/ARD) in Linz und am Dienstag in Aachen gegen Island die verletzte etatmäßige Spielführerin Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg, wie eine DFB-Sprecherin mitteilte.
Popps bisherige Stellvertreterin Svenja Huth ist vor Kurzem aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Trotz zweier Kreuzbandrisse in den vergangenen Jahren hat Gwinn bereits 41 Länderspiele absolviert und zählt als Rechtsverteidigerin zu den wichtigsten Stammkräften. Die stellvertretende Kapitänin ist nun die zukünftige Münchnerin Lena Oberdorf (Wolfsburg), die mit ihren 22 Jahren eine bedeutende Rolle im deutschen Nationalteam spielt.
Gwinn hatte vergangene Woche in einem Interview des Bayern-Clubmagazins ihre grundsätzlichen Ansprüche auf eine Führungsrolle deutlich gemacht: «Ich möchte Verantwortung übernehmen und das auch verkörpern», sagte sie. «Wer sich wegduckt, bewirkt nichts.» Nach der Niederlage im Nations-League-Halbfinale in Frankreich hatte sie öffentlich von «Angsthasenfußball» gesprochen. «Ich denke, es gehört dazu, mal den Finger in die Wunde zu legen», sagte sie dazu später.
Interims-Bundestrainer Horst Hrubesch hatte kürzlich zur Frage, wer in Linz die Binde am Arm trägt, gesagt: «Normalerweise habe ich es immer so gehalten, dass ich den Kapitän bestimmt habe. Ich werde mit den Mädels reden und dann entscheiden, wer in den Spielen als Kapitänin aufläuft.»
Die Anerkennung für Gwinn und Oberdorf spiegelt auch den bevorstehenden Umbruch im Nationalteam wider. Bei Popp, die am Samstag ihren 33. Geburtstag feiert, ist ungewiss, ob sie ihre DFB-Karriere über die Olympischen Spiele in Paris hinaus fortsetzen wird.








