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Gruppensieg: Handballer reisen selbstbewusst nach Lille

Die deutschen Handballer dominieren Slowenien und starten als Gruppensieger in die K.o.-Phase. Im Viertelfinale könnte es gegen den Europameister gehen, der ordentlich schwächelt.

Kreisläufer Johannes Golla kämpfte sich immer wieder durch die slowenische Abwehr.
Foto: Marcus Brandt/dpa

Die deutschen Handballer haben sich als Gruppensieger souverän für das Viertelfinale der Olympischen Spiele qualifiziert und haben ihre Medaillenform auch im letzten Vorrundenspiel eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bundestrainer Alfred Gislasons Team feierte beim 36:29 (23:14) gegen Slowenien den vierten Sieg im fünften Turnierspiel und gewann weiteres Selbstvertrauen für die K.o.-Phase in Lille. Oldie Kai Häfner war mit sieben Toren der beste Werfer des DHB gegen die vor der Partie punktgleichen Slowenen.

Am Montag reist das deutsche Olympia-Team weiter nach Lille. Dort erwarten bereits die DHB-Frauen, die am Dienstag die Sensation gegen Frankreich schaffen wollen. Auch die Männer könnten ein Spiel gegen den bisher enttäuschenden Gastgeber haben, der nach dem deutschen Spiel im direkten Duell mit Ungarn um das letzte Viertelfinalticket in der Gruppe B kämpfen wird. Die K.o.-Spiele finden im Fußballstadion des OSC Lille vor bis zu 27.000 Zuschauern statt.

Den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale hatten die DHB-Männer schon im vierten Spiel mit dem Krimi-Sieg gegen Spanien perfekt gemacht. Dennoch warnte Gislason anschließend davor, nur mit halber Kraft in das Duell mit Slowenien zu gehen. «Weil man danach oft den Schalter nicht wieder umlegen kann», befand der Isländer.

Wolff hält und meckert

Sein Team hatte nur zu Beginn des Spiels Schwierigkeiten gegen die Slowenen. Die Pässe von Ballverteiler Juri Knorr waren etwas ungenau. Der Gegner nutzte einfache Ballgewinne und Lücken in der deutschen Abwehr für viele Tore über den Kreis. Torhüter Andreas Wolff war unzufrieden mit der Leistung seiner Vordermänner und beschwerte sich nach fast jedem Gegentor. Seine Stimmung verbesserte sich, als Deutschland auch dank Wolffs Paraden einen 7:0-Lauf startete und davonzog.

Die Slowenen produzierten plötzlich einen Fehler nach dem anderen. Das Gislason-Team nutzte die Einladungen und legte den Grundstein für den Sieg. Besonders Häfner, der nach dem Spiel seine Karriere im Nationaltrikot beendet, zeigte sich vor dem gegnerischen Tor eiskalt. Auch die Rückraumspieler Julian Köster (4 Tore) und Sebastian Heymann (6) zeigten ihre bisher beste Leistung in diesem Turnier.

Jeder darf mal ran

Gislason wurde aus Gründen der Belastungssteuerung oft ausgetauscht. Der Torwart David Späth, der im Spiel gegen Spanien überragte, kam nach der Halbzeit und sorgte mit beeindruckenden Paraden regelmäßig für Jubel bei den mitgereisten deutschen Fans. Auch Linksaußen Rune Dahmke und der wieder genesene Kreisläufer Jannik Kohlbacher erhielten Einsatzminuten. Jungstar Marko Grgic (20) erwies sich fast immer als zuverlässig vom Siebenmeterpunkt.

Aufgrund der überhasteten Aktionen der Gislason-Auswahl kam Slowenien am Ende näher. Trotzdem beeindruckt das abgezockte und im Vergleich zur olympischen Bühne unerfahrene deutsche Team bei diesen Sommerspielen. In diesem Zustand ist für die DHB-Auswahl alles machbar.

dpa