Andreas Wolff glänzt im Tor mit 20 Paraden und einem Tor, während Zerbe und Uscins je fünf Tore erzielen. Gislason zufrieden mit Teamleistung vor EM-Start.
Deutschland gewinnt EM-Generalprobe gegen Kroatien mit starkem Wolff

Dank einer herausragenden Leistung von Andreas Wolff im Tor haben die deutschen Handballer erfolgreich ihre EM-Generalprobe bestanden und sich mit einem zweiten Testspielsieg gegen Angstgegner Kroatien auf das Turnier vorbereitet. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason konnte an die starke Leistung vom Donnerstag in Zagreb anknüpfen und besiegte den Vize-Weltmeister in Hannover mit 33:27 (16:12).
Lukas Zerbe und Renars Uscins waren mit jeweils fünf Toren die besten deutschen Torschützen gegen die Mannschaft von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson vor 10.427 Zuschauern. Wolff trug mit 20 Paraden und einem Tor maßgeblich zum Sieg bei. Der Routinier konnte sogar zweimal einen Siebenmeter abwehren.
Wann reist das DHB-Team ins EM-Quartier?
Nach einem Medientag am Montag reist die DHB-Mannschaft am Dienstag in ihr bereits aus dem Vorjahr bekanntes EM-Quartier in Silkeborg, Dänemark. Am Donnerstag beginnt der Olympia-Zweite im etwa 30 Minuten entfernten Herning das Turnier gegen Österreich. Die Vorrundenspiele gegen Serbien und Spanien folgen dann im Zwei-Tages-Rhythmus.
Die Hauptrunde wird nur von den beiden bestplatzierten Teams jeder Vorrundengruppe erreicht. Deutschland würde voraussichtlich auf Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich sowie den WM-Vierten Portugal und Norwegen treffen. Gislason bezeichnete dies als das schwierigste Turnier seiner Trainerkarriere.
Deutschland kann sich auf Abwehr verlassen
Wie beim 32:29 in Zagreb konnte sich Deutschland auch diesmal auf seine Torhüter verlassen. Andreas Wolff, der für David Späth in die Startaufstellung rückte, zeigte mit zehn Paraden bis zur Halbzeit frühzeitig seine Weltklasse. Der Innenblock um Tom Kiesler half dem DHB-Keeper ebenfalls. Zusammen mit Kreisläufer Justus Fischer provozierte der DHB-Neuling immer wieder Ballverluste der Kroaten und sorgte dafür, dass die Hausherren fünf Minuten vor der Pause erstmals mit vier Toren (13:9) führten.
Gislason wirkte an der Seitenlinie ungewohnt zufrieden und quittierte die Spielzüge seiner Schützlinge immer wieder mit Applaus oder einem Daumen nach oben. Im Angriff betrieb vor allem Linksaußen Lukas Mertens mächtig Eigenwerbung für mehr Spielzeit. «Wir machen es vorn gut. Wir sind ruhig», bilanzierte der Magdeburger zur Halbzeit.
Wie in Zagreb: Deutschland bricht kurzzeitig ein
Wie bereits am Donnerstag verschlief Deutschland erneut den Start in die zweite Halbzeit. Innerhalb von fünf Minuten glich Kroatien zum 17:17 aus und Gislasons Gesichtsausdruck verdunkelte sich schlagartig. Erst als Juri Knorr, Julian Köster und Kapitän Johannes Golla auf dem Spielfeld standen, verringerte sich die Anzahl der Fehler.
Die Gastgeber konnten mit einem 4:0-Lauf wieder auf 24:19 aufholen und behielten ihren Vorsprung bis zum Ende. Rune Dahmke war der einzige Spieler, der in beiden Testspielen nicht eingesetzt wurde. Die Entscheidung von Gislason, ihn für die EM anstelle von Tim Freihöfer zu nominieren, hatte im Vorfeld Kritik hervorgerufen.








