Seit 10 Jahren kein Sieg, aber Chancen durch Dänemarks Niederlage und breiten Kader. Fischer: "Wir sind auf Augenhöhe."
Deutschlands Handballer vor EM-Duell gegen Dänemark optimistisch

Deutschlands Handballer lassen sich von ihrer Negativserie gegen Dänemarks Titelsammler nicht verunsichern und glauben an einen EM-Coup. «Ich sehe sie so bei 80 Prozent. Sie spielen aktuell nicht ihren besten Handball. Das müssen wir ausnutzen. Ich habe gehört, sie haben zwei Niederlagen im Turnier offen und das wird morgen die nächste Niederlage», sagte Kreisläufer Justus Fischer siegessicher vor dem Duell in Herning am Abend (20.30 Uhr/ARD/Dyn).
Seit zehn Jahren hat die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason kein Pflichtspiel mehr gegen den Weltmeister um Welthandballer Mathias Gidsel gewonnen. Im Finale der Olympischen Spiele 2024 (26:39) und bei der WM im Vorjahr (30:40) demütigten die Dänen die DHB-Auswahl gewaltig. Doch die Vorrunden-Niederlage des Co-Gastgebers gegen Portugal macht Deutschland Mut. «Das hilft natürlich extrem. Das ist eine kleine Erinnerung, dass die nicht unzerstörbar sind», erklärte Fischer vor dem 111. Duell mit den Skandinaviern.
Ein Sieg zum Medaillenspiel: «Wir sind unberechenbarer»
Die Ausgangslage ist klar: Ein Sieg gegen Dänemark und Deutschland steht sicher im Halbfinale. Bei einer Niederlage hätte Deutschland am Mittwoch gegen Titelverteidiger Frankreich sein zweites Matchballspiel. «Dänemark hat mehr Druck. Das kann schon ein großer Vorteil sein», sagte Fischer. Dem 22-Jährigen von der TSV Hannover-Burgdorf macht die Kulisse von rund 15.000 Fans keine Angst. Ziel sei es, die rote Wand zum Schweigen zu bringen. Die Dänen warten seit 2012 auf einen EM-Titel.
Besonders im Angriff braucht die deutsche Mannschaft eine klare Leistungssteigerung. Fehlwürfe und ungenaue Pässe haben nicht nur das Spiel gegen Norwegen geprägt, sondern auch den knappen Sieg gegen Portugal. Bisher gewinnt Deutschland seine EM-Spiele vor allem dank ein oder zwei Spielern, die sich steigern. Mal Miro Schluroff, mal Marko Grgic – nur Torhüter Andreas Wolff bleibt konstant.
«Wir sind unberechenbarer. Das macht uns auch gefährlich, dass wir inzwischen diese Breite im Kader haben. Dass jeder einzelne, wenn er einen guten Tag hat, den Gegner kaputtmachen kann», befand Fischer und schickte eine klare Ansage an Dänemark: «Ich bin einhundert Prozent sicher, dass, wenn wir die Breite des Kaders nutzen und einhundert Prozent Leistung bringen, dass wir absolut auf Augenhöhe sind. Die Dänen sollen mit sich hadern.»








