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Heim-EM im Blick: DHB-Team gewinnt Test gegen Portugal

Deutschlands Handballer sind noch nicht in EM-Form. Beim Sieg über Portugal muss das DHB-Team nach gutem Start zittern. Ein Debütant macht auf sich aufmerksam.

Das DHB-Team um Juri Knorr (M) setzte sich knapp gegen Portugal durch.
Foto: Frank Molter/dpa

Die deutschen Handballspieler haben sich mit einem anstrengenden Testspielsieg auf die bevorstehende Heim-Europameisterschaft vorbereitet.

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes, trainiert von Bundestrainer Alfred Gislason, siegte in Flensburg mit 34:33 (18:14) gegen den Außenseiter Portugal und zeigte noch einige Schwachstellen, sechs Tage vor dem Eröffnungsspiel. Juri Knorr war mit sechs Treffern der beste Werfer für das Team vor 4546 Zuschauern.

Bei der Generalprobe für die EM am Samstag (18.00 Uhr/ARD) begegnet das DHB-Team erneut den Südeuropäern. Danach verlagert sich der Handball-Tross nach Nordrhein-Westfalen, wo am 10. Januar das Auftaktduell mit der Schweiz stattfindet. Weitere Vorrundengegner beim Heim-Turnier vom 10. bis 28. Januar sind Außenseiter Nordmazedonien und Mitfavorit Frankreich.

Gislason setzt auf Erfahrung im Start-Aufgebot

Gislason hatte nach der Verletzung von Marian Michalczik einen Kader von 18 Spielern für die unmittelbare EM-Vorbereitung zusammengestellt. Im ersten Spiel gegen Portugal setzte der isländische Trainer auf Erfahrung und schickte Routiniers wie Andreas Wolff, Johannes Golla und Juri Knorr auf das Feld. Die U21-Weltmeister um Nils Lichtlein hatten anfangs einen Nachteil. Die Entscheidung war korrekt.

Die deutsche Defensive beherrschte die Anfangsphase. Der Rückzug gegen das schnelle Tempospiel der Portugiesen funktionierte gut und der Mittelblock um Köster stand sicher, sodass die Gäste kaum Möglichkeiten zum Tor fanden. Erst nach sechs Minuten gelang den Portugiesen ihr erster Treffer und sie verkürzten auf 1:3.

Knorr übernimmt Verantwortung

Im Angriffsspiel übernahm Spielmacher und Führungsfigur Knorr die Verantwortung. Der 23-Jährige von den Rhein-Neckar Löwen trug maßgeblich zur vorübergehenden 13:7-Führung bei, indem er pfeilschnelle Schlagwürfe und sehenswerte Anspiele auf Außenspieler Timo Kastening durchführte. Im Tor zeigte Wolff nach seinem Bandscheibenvorfall und Kurz-Comeback im Januar eine solide Leistung.

Deutschland beherrschte das Spiel und Gislason gewährte seinen Stammkräften eine Pause. Als Debütant Martin Hanne für Linksaußen Lukas Mertens ins Spiel kam und mit dem ersten Wurf sein erstes Länderspiel-Tor erzielte, jubelte die Flensburger Campushalle. Das DHB-Team wirkte eingespielt, obwohl die Führung zur Halbzeit höher hätte ausfallen können.

DHB-Team nach der Pause unkonzentriert

Nach der Unterbrechung zeigte die deutsche Mannschaft eine mangelnde Konzentration. Treffer an den Pfosten und ungenaue Pässe ermöglichten den Portugiesen, die auf 20:22 verkürzten, wieder ins Spiel zu kommen. Gislason, der die fehlende Bewegung im deutschen Spiel bemängelte, nahm früh eine Auszeit.

Dann wurde es sehr gefährlich für das DHB-Team, das plötzlich mit nur einem Tor Vorsprung in doppelter Unterzahl spielte. Allerdings überstand Deutschland diese kritische Phase unbeschadet, dank eines weiteren Treffers von Neuling Hanne, und erhöhte seinen Vorsprung anschließend wieder auf vier Tore (28:24).

Zum Schluss wurde es noch einmal eng und die Abwehrlücken wurden immer größer. Das DHB-Team brachte den knappen Sieg über die Zeit.

dpa