Der Volkswagen-Club gewann das Krisenduell gegen Bochum mit 1:0. Die Fans protestierten, aber unterstützten lautstark die Mannschaft.
Erster Heimsieg für Wolfsburg nach Trennung von Schäfer

Die Abstiegsangst beim VfL Wolfsburg ist erst einmal gebannt. Der Volkswagen-Club gewann das Krisenduell mit dem VfL Bochum in der Fußball-Bundesliga 1:0 (1:0). Statt der «Wölfe» können nun die seit acht Spielen sieglosen Bochumer am Sonntag vom Tabellen-16. FSV Mainz 05 auf den Relegationsplatz verdrängt werden. Ein schwaches Spiel vor 26.327 Zuschauern entschied Jonas Wind mit seinem ersten Liga-Tor seit fünf Monaten (43. Minute).
Der erste Heimsieg der Wolfsburger seit dem 25. November war auch das erste Heimspiel nach der überraschenden Trennung von Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer. Aufgrund seines bevorstehenden Wechsels zu RB Leipzig betrachten einige Fans den 39-Jährigen als Verräter, was die ohnehin schlechte Stimmung rund um den Verein weiter belastet. In der Volkswagen Arena führte dies am Samstag zu einer sehr ambivalenten Atmosphäre.
Auf der einen Seite rollten die Fans Protest-Plakate mit Aufschriften wie «Spielball des Konzerns», «Seelenloser Plastikclub» und «Fanfremde Geschäftsführung» aus. Auf der anderen Seite unterstützten sie die angeschlagene Mannschaft lautstark. Unter anderem der Wolfsburger Oberbürgermeister Dennis Weilmann hatte dazu in den vergangenen Tagen aufgerufen.
Der Support schien lange Zeit nicht zu helfen, da die Bochumer dem 1:0 in der ersten Halbzeit näher waren als der grün-weiße VfL. In der 28. Minute vergab Patrick Osterhage eine gute Konterchance. Kurz darauf stand Takuma Asano nach einem Freistoß allein vor dem Wolfsburger Torwart Pavao Pervan (32.).
Besonders bitter für die Bochumer war, dass ein eigener Treffer von Osterhage zunächst nach dem Einsatz des Videobeweises wieder aberkannt wurde (40.), während die «Wölfe» nur drei Minuten später ihre erste klare Torchance zur Führung nutzten. Dabei hatten gleich drei Bochumer die Gelegenheit, die Situation vor Winds Linksschuss zu entschärfen.
Der zehnte Saisontreffer war es für den besten Torschützen des VfL Wolfsburg. Der Däne hatte bei den beiden Niederlagen gegen Mönchengladbach und Leipzig sogar nur auf der Bank gesessen.
Ralph Hasenhüttls Aufstellungen sind genauso schwer vorherzusagen wie die teilweise wilden Rotationen seines Vorgängers Niko Kovac. Gegen Bochum wurden Lovro Majer, Joakim Maehle und Mattias Svanberg, die drei teuersten Einkäufe der letzten zwei Jahre, nicht eingesetzt.
Stabilität und eine geeignete Spielidee konnte Hasenhüttl dieser Mannschaft bisher nicht vermitteln. Der glückliche Führungstreffer brachte den Niedersachsen keine Sicherheit und Überzeugung. Bochum beherrschte die zweite Halbzeit, war aber nur bei Freistößen und Eckbällen halbwegs gefährlich. Der eingewechselte Kevin Behrens verpasste für die passiven Wolfsburger, die nur noch auf Konter lauerten, den vielversprechendsten Gegenstoß geradezu kläglich (67.). Auch Jakub Kaminski vergab die Chance auf das mögliche 2:0 (86.).








