Herthas aktive Fanszene hat beschlossen, das Banner „Ostkurve Hertha BSC“ nicht mehr aufzuhängen, nachdem es von Dynamo-Ultras gestohlen und verbrannt wurde. Der Vorfall wird als einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der Fanszene bezeichnet.
Hertha: Nach Fahnenklau! Herthas aktive Fanszene gibt Banner auf

Die Veränderungen im Olympiastadion wurden sowohl visuell als auch akustisch wahrgenommen. Während des Heimspiels von Hertha BSC gegen Kaiserslautern, das mit 0:1 endete, fehlten in der Ostkurve Teile des blau-weißen Banners. Kurz vor dem Anpfiff herrschte in der Kurve eine gespannte Stille, als der Vorsänger leise einige Worte an die aktive Fanszene richtete, die zuvor entsprechende Informationen in Form von Flugblättern erhalten hatte.
Inhaltlich bezogen sich die Informationen auf ein umstrittenes Spiel in Dresden, das eine Woche zuvor stattfand. Bei diesem Auswärtsspiel wurde ein Teil der Hertha-Fahne, das Logo der „Ostkurve Hertha BSC“, aus dem Gästeblock entwendet und von Ultras aus Dresden verbrannt. Für die Ultras hat der Verlust ihrer Fan-Utensilien eine hohe symbolische Bedeutung. Besonders Fahnen und Doppelhalter, die großen Fahnen an zwei Stangen, sind von großer Wichtigkeit. In Reaktion auf den Vorfall zieht die aktive Fanszene von Hertha BSC nun erste Konsequenzen.
Auf dem Flugblatt wird der Vorfall als „einer der schwärzesten Tage unserer Geschichte“ bezeichnet. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass eigene Fehler und Versagen zu diesem Verlust geführt haben. Die Konsequenz daraus ist, dass die bekannte Fahne „Ostkurve Hertha BSC“ künftig nicht mehr über der Kurve hängen wird. Weitere Maßnahmen sollen intern besprochen werden. In der Ultra-Kultur wird der Verlust einer Fahne als eine Schande betrachtet, die durch Verzicht „wiedergutgemacht“ werden muss, bis die Ehre zurückgewonnen ist.
Der Wortlaut des Flugblatts lautet: „Hallo Herthaner, am vergangenen Samstag haben wir einen der schwärzesten Tage unserer Geschichte als Fanszene erlebt. Dynamo ist es gelungen, unseren Doppelhalter mit dem Logo der „Ostkurve Hertha BSC“ aus dem Auswärtsblock zu entwenden. Der Doppelhalter diente nicht nur als einmaliges Choreoelement, sondern wurde vereinzelt auch als Zaunfahne genutzt, um die gesamte Kurve zu repräsentieren. Deshalb und weil der Verlust auf eigenen Fehlern und letztlich unserem Versagen beruht, haben wir uns als aktive Fanszene dazu entschieden, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Daher werden wir die bekannte Fahne ab sofort nicht mehr über unserer Kurve aufhängen. Weitere Schlüsse werden intern gezogen.“
Im Flugblatt wird nicht auf mögliche Konsequenzen nach den Pyrotechnik-Ereignissen oder den Auseinandersetzungen mit den Dresdner Ultras eingegangen. Der Verein Hertha BSC sieht sich zudem einer sechsstelligen Strafe des DFB gegenüber.
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