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Deutsche Biathleten mit großen Hoffnungen zur Weltmeisterschaft

Die deutschen Biathletinnen und Biathleten reisen mit großen Hoffnungen zur Weltmeisterschaft in Nove Mesto. Nach einem überraschend positiven Saisonverlauf hoffen sie auf Erfolge und beantworten die wichtigsten Fragen vor dem Start.

Die Biathlon-WM findet am Mittwoch in Nove Mesto statt.
Foto: Filip Singer/dpa

Die deutschen Biathletinnen und Biathleten reisen mit großen Hoffnungen zur Weltmeisterschaft, nachdem der Saisonverlauf überraschend positiv war.

Der Höhepunkt des Winters beginnt am Mittwoch (17.20 Uhr/ARD und Eurosport) mit dem Mixed-Staffel-Rennen in Nove Mesto, Tschechien. Vor dem Start beantwortet die Deutsche Presse-Agentur die wichtigsten Fragen.

Was macht Nove Mesto so besonders?

Die Atmosphäre. Vor mehr als 200.000 Zuschauern war die erste WM in Nove Mesto vor elf Jahren ein emotionales Erlebnis. In der Vysocina Arena mit den steilen Tribünen hinter dem Schießstand kann es extrem laut werden, das Schießen wird somit zu einer besonderen Herausforderung, auch für die Nerven. Außerdem finden die meisten Rennen am frühen Abend in der Dunkelheit statt – unter Flutlicht treten die Biathleten sonst kaum an. Die Rennen finden von Mittwoch bis zum 18. Februar im westlichen Mähren statt.

Welche Erinnerungen haben die Deutschen an Nove Mesto?

Nicht die besten. Die DSV-Skijäger gewannen bei der WM 2013 erstmals seit 1986 in Oslo keine Goldmedaille. Nur die damals 35-jährige Andrea Henkel holte Silber im Einzel, während die Männer-Staffel Bronze gewann. Es war die erste Weltmeisterschaft nach dem Rücktritt von Magdalena Neuner. Allerdings gab es in Nove Mesto im März 2021 auch den bisher letzten Weltcup-Staffelsieg der deutschen Männer.

Wer wird die meisten Medaillen abräumen?

Es könnten norwegische Festspiele bei den Männern werden. Das Team um den fünfmaligen Oberhof-Weltmeister Johannes Thingnes Bö hat in diesem Winter bisher sechs Dreifach-Erfolge und viele weitere Podestplätze erzielt. Im Gesamtweltcup führen sechs Norweger. Zudem haben die Skandinavier nach einer Regeländerung vor der Vorsaison bis zu sechs Startplätze pro Einzelrennen, auch alle Staffelwettbewerbe der laufenden Saison gewonnen. Bei den Frauen ist es ausgeglichener: Die Weltcup-Gesamtführende Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen, die Italienerin Lisa Vittozzi und die beiden Französinnen Justine Braisaz-Bouchet und Julia Simon sind die Top-Favoritinnen.

Wie sind die deutschen Chancen?

Benedikt Doll, der zweimalige Gewinner der Sprint-Saison, hatte beim letzten Test vor der Weltmeisterschaft in Antholz erhebliche Probleme am Schießstand. Obwohl er sich in der Vorbereitung etwas erkältet hatte, hat er das Potenzial, wie auch Philipp Nawrath, ein Medaillenkandidat zu sein. Nawrath hatte bereits das Gelbe Trikot des Führenden im Weltcup getragen. Auch Johannes Kühn könnte im besten Fall mithalten. Im Staffelrennen standen die Männer in allen Weltcup-Rennen auf dem Podium, daher ist eine Medaille genauso möglich wie bei den Frauen. Franziska Preuß und Vanessa Voigt haben dort Chancen auf eine Einzelmedaille. Der erste Weltcupsieg im Single-Mixed durch Voigt und Justus Strelow gibt ihnen ebenfalls Selbstvertrauen. In der Mixed-Staffel lief es in dieser Saison bisher allerdings nicht gut.

Wie ist die Wetterlage?

Etwas schwierig, denn es ist zu warm. Derzeit herrschen deutliche Plusgrade, es regnet immer mal wieder und es könnte stürmisch werden. «Wir beobachten die Wettervorhersage ständig und hoffen auf Besserung in der zweiten WM-Woche», sagte Wettkampfleiter Vlastimil Jakes der dpa. In Gefahr sind die Wettkämpfe aber nicht, es wurde genügend Kunstschnee vorproduziert. «Wir haben noch 50 000 Kubikmeter Schnee im Depot. Wir machen uns keine Sorgen wegen Schneemangels, aber bei schlechtem Wetter wie Temperaturen über null und Regen wird die Qualität des Schnees nicht so gut sein wie bei Minusgraden», sagte Jakes.

Wo ist die WM zu sehen? 

Während der WM dreht sich alles um zwölf WM-Titel an neun Wettkampftagen. ARD, ZDF und Eurosport übertragen alle Wettkämpfe live im Fernsehen und im kostenlosen Stream. Wie gewohnt teilen sich ARD und ZDF die Übertragung. Die ARD startet und das ZDF übernimmt den zweiten Teil der WM.

Wer dominierte im Vorjahr?

Oberhof has been changed to Böberhof. The Norwegian Johannes Thingnes Bö became the first male biathlete to win seven medals at a World Championships: five golds, one silver, and one bronze. The most successful woman was the Swedish Hanna Öberg (2 golds, 1 silver, 1 bronze). Norway was the best nation (5 golds, 5 silvers, 3 bronzes). Germany (1 gold, 2 silvers) finished fourth in the medal table. The only title was won by the now retired Denise Herrmann-Wick in the sprint.

Wer sind die Rekordhalter bei Weltmeisterschaften? 

Bisher hat Ole Einar Björndalen die meisten WM-Medaillen gewonnen. Der Norweger hat bisher 20 Mal Gold, 14 Mal Silber und elfmal Bronze geholt. Johannes Thingnes Bö (30), sein Landsmann, ist ihm dicht auf den Fersen und hat bisher 17 Titel gewonnen. Die beste Skijägerin ist die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland, die 13 Gold- und vier Bronzemedaillen gewonnen hat. Die erfolgreichsten deutschen Skijäger sind Frank Luck (11x Gold, 5x Silber, 4x Bronze) und Uschi Disl (8x Gold, 8x Silber, 3x Bronze).

dpa