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Hier feiert Hertha jedes Heimspiel mit einem Gottesdienst

Im Olympiastadion wird vor jedem Heimspiel von Hertha BSC ein ökumenischer Gottesdienst in der Stadionkapelle gefeiert, der seit 2006 stattfindet und Fans beider Konfessionen anzieht. Der Gottesdienst verbindet evangelische und katholische Elemente und bietet eine kurze Andacht sowie musikalische…

Gottesdienst im Olympiastadion vor Hertha-Heimspielen
Depositphotos

Im Olympiastadion findet an Spieltagen von Hertha BSC, nur wenige Meter vom Spielfeld entfernt, ein besonderes Ereignis statt: Vor jedem Anpfiff wird in der Kapelle des Stadions ein Gottesdienst abgehalten. Dies geschieht unabhängig von den üblichen Fangesängen und der Stadionatmosphäre. Auch am kommenden Samstag, wenn das Team gegen den 1. FC Kaiserslautern spielt, wird dieser Gottesdienst stattfinden.

Die Regel ist einfach: Jeder, der ein Ticket besitzt, ist herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Gregor Bellin, der seit zwei Jahrzehnten als Stadionseelsorger tätig ist, erklärt: „Wo Menschen zusammenkommen, da stellen Menschen Fragen. Und da stellt sich auch die Frage nach Gott.“

Seit 2006 wird vor jedem Heimspiel von Hertha BSC in der Kapelle des Olympiastadions ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, der sowohl evangelische als auch katholische Elemente integriert. Bellin leitet die Andachten gemeinsam mit dem evangelischen Theologen Bernhard Felmberg, während Christoph Schumacher musikalische Begleitung an der Gitarre bietet.

Der Gottesdienst beginnt am Samstag um 12.15 Uhr mit einem Glockenläuten und zieht über 50 Fans an, die in Trikots, Schals und Mützen gekleidet sind. Der Raum, dessen Wände mit Blattgold und Bibelversen in 18 Sprachen geschmückt sind, bietet eine besondere Atmosphäre.

Die Kapelle befindet sich unter der Haupttribüne, zwischen der Players Lounge und dem Spielertunnel. Während des Gottesdienstes werden Psalme gesprochen, Lieder gesungen und eine kurze Andacht gehalten, gefolgt von einem Segen. In dieser halben Stunde der Besinnung legen die rivalisierenden Fanlager ihre Differenzen beiseite.

In Deutschland gibt es nur drei weitere Stadien mit einer Kapelle: die Veltins-Arena des FC Schalke 04, der Deutsche Bank Park von Eintracht Frankfurt und die Volkswagen Arena des VfL Wolfsburg.

Bernhard Felmberg betont: „Bei uns dürfen Fans sein, wie sie sind. Sie können kommen und gehen, ohne weitere Verpflichtungen einzugehen.“ Die Andachten dauern etwa 30 Minuten, sodass die Teilnehmer rechtzeitig zum Anpfiff zurückkehren können. Besonders Schulklassen, Konfirmandengruppen, Nachwuchsspieler aus der Hertha-Akademie und Familien nutzen dieses Angebot.

Die Kapelle des Olympiastadions ist ein fester Bestandteil des Spieltags und bietet einen Ort der Ruhe inmitten des sonst so lebhaften Stadionbetriebs. Felmberg beschreibt den Gottesdienst als eine gelebte ökumenische Gemeinschaft, die für alle selbstverständlich ist.

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Bildquelle: Depositphotos

Ronny Winkler