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HSV springt auf Platz zwei – Spiel kurz vor dem Abbruch

Im Topspiel der 2. Liga zwischen Hertha und dem HSV geht es für beide eigentlich um den Anschluss. Doch in Halbzeit zwei rücken Tennisbälle in den Vordergrund. Das Spiel steht vor dem Abbruch.

Hertha-Fans zeigen ein Transparent mit der Aufschrift «Mehr Fussball weniger Geschäft». Das Spiel gegen den HSV war wegen eines Protests lange unterbrochen.
Foto: Soeren Stache/dpa

Zuerst viele Tennisbälle, dann drei Tore und ein HSV, der auf einen Aufstiegsplatz springt: Der Sieg des Hamburger SV im Zweitliga-Topspiel bei Hertha BSC wurde von einer mehr als halbstündigen Unterbrechung wegen Protesten gegen die Investoren-Pläne der Deutschen Fußball Liga überschattet.

Die Begegnung, die im Olympiastadion 2:1 (0:0) für den HSV endete, war kurz davor abgebrochen zu werden, nachdem zahlreiche Tennisbälle auf das Spielfeld geworfen worden waren.

«Es kamen immer mehr Bälle, von der einen und der anderen Seite. Wir haben versucht zu warten. Wir haben versucht einzuwirken, über die Spieler und den Trainer. Irgendwann mussten wir Konsequenzen ziehen», erklärte Schiedsrichter Daniel Schlager bei Sport1 und ergänzte: «Kein Schiedsrichter möchte, dass deswegen ein Spiel abgebrochen wird. Theoretisch wäre es möglich gewesen.» Bei einer weiteren Unterbrechung hätte Schlager demnach keine Wahl mehr gehabt.

Hertha verpasst Anschluss im Aufstiegskampf

Der HSV trotzte dem Druck auf Cheftrainer Tim Walter und sprang zurück auf einen Aufstiegsrang. «Es ist eine schöne Momentaufnahme. Für uns ist es aber wichtig in den Flow zu kommen und eine Serie zu starten», sagte Walter beim TV-Sender Sky. «Meine Mannschaft hat das sehr gut gemacht, war sehr konzentriert und hat am Ende verdient gewonnen. Ich glaube, dass wir die aktivere Mannschaft waren. Meine Mannschaft war sehr abgezockt.»

Hertha bleibt weiterhin außerhalb des Aufstiegsrennens mit einem Rückstand von neun Punkten auf den Relegationsplatz drei. Trotzdem war es für die Berliner, bei denen der plötzliche Tod von Clubchef Kay Bernstein vor zwei Wochen immer noch Auswirkungen hat, nach dem Pokal-Aus am Mittwoch der nächste Rückschlag.

Immer wieder flogen ab der 53. Minute aus der Hertha-Kurve Tennisbälle auf das Feld. Appelle von Hertha-Coach Pal Dardai und dem Stadionsprecher brachten zunächst nichts. Nachdem das Spiel schon rund 20 Minuten unterbrochen war, schickte Schiedsrichter Schlager die Spieler vom Feld. Er habe «ein bisschen das Gefühl» gehabt, dass es zu einem Abbruch kommen könnte, meinte Dardai: «Ich habe mit den Fans gesprochen, das wollten sie auch nicht. Da haben sie Wort gehalten.»

Spiel nimmt Fahrt auf

Sie kehrten nach Ende der Würfe zurück und die Spieluhr wurde auf 52:30 Minuten zurückgesetzt. Die Hertha-Fans hatten ihr Banner mit der Aufschrift «Investorenwahnsinn endlich stoppen, ob in der DFL oder in den Vereinen» kurz zuvor eingerollt.

Nach dem Wiederanpfiff erzielte der HSV, der auch in der ersten Hälfte die klar überlegene Mannschaft war, durch einen Distanzschuss von Miro Muheim, der leicht aufsetzte, die Führung (57.).

HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes konnte einen Schuss des eingewechselten Schlüsselspielers Fabian Reese von Hertha nur kurz danach abklatschen lassen. Tabakovic nutzte die Gelegenheit und erzielte das Tor (62.). Der kurz zuvor eingewechselte Ludovit Reis köpfte in der Schlussphase das entscheidende Tor für die Gäste (83.).

dpa