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Bayer Leverkusen bleibt auf Titelkurs

Die Werkself siegte hart erkämpft in Heidenheim. Die Spieler sind bereit für den Weg zur Meisterschaftspremiere.

Die Spieler von Bayer Leverkusen feiern den Sieg in Heidenheim.
Foto: Tom Weller/dpa

Am 500. Tag von Erfolgsgarant Xabi Alonso als Bayer-Trainer war der eingestellte Unbesiegbar-Rekord für die Leverkusener Nebensache.

Für den Bundesliga-Primus waren die nächsten drei Punkte sowie eine Entwicklung und Reife, die auf dem angestrebten Weg zur Meisterschaftspremiere in den kommenden Wochen entscheidend werden können, erfreulicher und wichtiger. Die Leverkusener bewiesen erneut, dass sie nicht nur glanzvoll siegen können. Das 2:1 (1:0) beim 1. FC Heidenheim war verdient, aber auch hart erarbeitet und der Effizienz zu verdanken.

Nach den erfolgreichen Tagen mit dem spannenden DFB-Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart (3:2) und der Begeisterung durch das 3:0 im Liga-Spitzenspiel gegen den Serienmeister FC Bayern München, konnte die Werkself auch gegen den unangenehmen Außenseiter nicht gewinnen. Somit bleibt Leverkusen auf Kurs in Richtung Titel.

Nach Highlight-Spielen «die Arbeitshosen angezogen»

«Wir waren bereit. Wir haben es gut gemacht, das gefällt mir», lobte Alonso: «Die Spieler sind bereit für ein Topspiel wie letzten Samstag, aber auch für heute, um zu kämpfen, zu arbeiten.» Bayer-Torhüter Lukas Hradecky erklärte: «Heute schmeckt es genauso viel wie letzte Woche gegen Bayern. Es war wichtig, dass man wieder die Arbeitshosen angezogen hat». Wie der Erfolg zustande kam, «juckt in ein paar Monaten – glaube ich – keine Sau».

In einigen Monaten plant Bayer, mit der Meisterschale zu feiern. In Heidenheim hat der Tabellenführer seinen ersten Platz weiter gefestigt. Der Club blieb zum 32. Mal in Folge ungeschlagen. Dies gelang der Werkself, was zuvor nur der FC Bayern zwischen Dezember 2019 und September 2020 in der Fußball-Bundesliga geschafft hatte. Am Freitag gegen den 1. FSV Mainz 05 könnte Leverkusen zum alleinigen Rekordhalter werden.

«Nicht in Schönheit sterben» 

«Wir sind sehr stabil», beschrieb Robert Andrich die Leverkusener Stärke. «Gerade was das angeht, haben wir einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Gerade nach so einer Woche gegen Stuttgart und Bayern – und dann fährst du hier nach Heidenheim. Dass wir nicht in Schönheit sterben, sondern den Ball in den wichtigen Situationen auch mal auf die Tribüne hauen, ist ein riesiger Schlüssel.» 

Die Gäste aus dem Rheinland hatten kaum Chancen gegen die leidenschaftliche Verteidigung der Heidenheimer. Jeremie Frimpong verwandelte unmittelbar vor der Pause (45.+2) eine Kombination über Jonathan Tah, Florian Wirtz und Amine Adli. Adli erzielte das 2:0 nach einem feinen Pass von Wirtz (81.).

Man habe das «sehr seriös» und «sehr souverän» gespielt, kommentierte Andrich, auch wenn es am Ende mit dem Anschluss von Tim Kleindienst (87.) noch mal spannend wurde. «Die Lockerheit, die brauchen wir aber auch, wie man beim zweiten Tor gesehen hat. Wir brauchen diese Unbekümmertheit und diesen Bock auf Fußball».

Leverkusen kann sich laut FCH-Coach nur «selber stoppen»

Der eingestellte Rekord war den Leverkusenern dabei ziemlich egal. «Dieses Ungeschlagen ist so oder so nicht das Wichtige», meinte Sportchef Simon Rolfes: «Viel zu gewinnen, ist das, was mich freut.» Man spiele ja nicht, um nicht zu verlieren, sondern um zu gewinnen. Der Rekord sei «eine Folge davon, wenn man gewinnt». Rolfes lobte die Mentalität, dieses Spiel gut angenommen zu haben. «Wenn Leverkusen so weitermacht, können sie sich ja nur selber stoppen. Und es sieht derzeit nicht danach aus», sagte FCH-Coach Frank Schmidt. 

Sein Leverkusener Kollege Alonso präsentierte sich unaufgeregt. «Wir haben viel gelernt. Aber es gibt noch viel zu tun. Wir sind in einer guten Situation, wir wollen weitermachen, Spiel für Spiel», sagte er. 12 Spieltage stehen bis zum Saisonabschluss noch an.

dpa