Präsident Claus Vogt spricht sich für eine erneute, transparente Abstimmung aller 36 Vereine aus, da das demokratisch zustande gekommene Abstimmungsergebnis nicht korrekt sein könnte.
VfB Stuttgart Präsident fordert erneute Abstimmung über Investor-Einstieg in der DFL

Präsident Claus Vogt vom VfB Stuttgart befürwortet eine erneute Abstimmung über den Einstieg eines Investors in der Deutschen Fußball Liga.
«Unser Verständnis von Demokratie – auch im Fußball – sollte sein: Die Mehrheit entscheidet», schrieb der 54-Jährige auf der Social-Media-Plattform X – ehemals Twitter. «Kann aber nicht sichergestellt werden, dass ein demokratisch zustande gekommenes Abstimmungsergebnis korrekt ist, sollte man im Sinne der Demokratie und im Sinne unseres Fußballs miteinander diskutieren, ob eine erneute, transparente Abstimmung aller 36 Vereine in der DFL notwendig ist. Ich meine: ja, es ist notwendig!»
Auf dpa-Nachfrage hielt sich Mehrheitsgesellschafter Martin Kind von Hannover 96 zurück und verwies nach dem Vorschlag von Vogt auf die DFL: «Darüber muss das Präsidium und die Geschäftsführung entscheiden. Und das muss sich mit allen Szenarien auseinandersetzen. Ob der Deal kippen könnte, weiß ich nicht.» Er glaube nicht, dass die Gegner des Deals die Mehrheit in den Stadien ausmachen.
Auch aufgrund der schlechten Beziehung zwischen dem Kind und dem 96-Stammverein gab es eine Diskussion über das Abstimmungsverhalten des 79-Jährigen. Der Verein hatte Kind angewiesen, gegen den Einstieg von Investoren zu stimmen. Nach der Abstimmung weigerte sich der Chef von 96, preiszugeben, ob er mit Ja oder Nein gestimmt hatte. Kind verwies auf die geheime Abstimmung.
Zahlreiche Proteste
In den letzten Tagen gab es in vielen Stadien Proteste von Fans. Das Spiel zwischen Hertha BSC und dem Hamburger SV in der 2. Bundesliga stand am letzten Samstag aufgrund anhaltender Proteste sogar kurz vor dem Abbruch, und auch viele andere Spiele wurden zeitweise unterbrochen.
In Berlin, wurden Bälle für Tennis auf das Spielfeld geworfen, während in anderen Arenen Imitate von Geldmünzen verwendet wurden. Außerdem werden immer wieder Spruchbänder entrollt. Einerseits machen sich die Fans Sorgen über die Kommerzialisierung, andererseits fürchten sie die Einflussnahme eines Investors. Zusätzlich sorgt auch der Ablauf der Abstimmung im Dezember des letzten Jahres für Unzufriedenheit. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde damals mit der minimalen Anzahl an Ja-Stimmen erreicht. 24 Vereine stimmten dafür, zehn dagegen und zwei Clubs enthielten sich.








