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IOC schließt Russen von Olympia-Athletenparade aus

Die Teilnahme russischer Athleten an den Sommerspielen in Paris ist weiter umstritten. Jetzt beschließt das IOC weitere Einschränkungen für die Olympia-Starter aus Russland.

Sind russische Sportler bei der Eröffnung der Sommerspiele?
Foto: Michael Kappeler/dpa

Das Internationale Olympische Komitee hat nach Beratungen in Lausanne entschieden, dass Sportler aus Russland nicht an der Athletenparade bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris teilnehmen dürfen.

Auch Sportlerinnen und Sportler aus Belarus, das ein enger Verbündeter Russlands ist, dürfen aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nicht beim geplanten Spektakel auf der Seine zur Eröffnung der Sommerspiele am 26. Juli teilnehmen. Die Athleten beider Länder sollen jedoch die Möglichkeit haben, die Zeremonie zu verfolgen, teilte das IOC mit.

Es wird erst später entschieden, ob an der Schlussfeier am 11. August teilgenommen wird. Die Macher der Paralympics hatten zu Monatsbeginn einen ähnlichen Beschluss gefasst, die kurz nach den Olympischen Spielen ebenfalls in Paris stattfinden. Bei Olympia und den Spielen der Behindertensportler sind Starter aus Russland und Belarus nur unter bestimmten Bedingungen zu den Wettbewerben zugelassen.

Russische Mannschaften komplett ausgeschlossen

Teilnehmer aus diesen Ländern müssen daher unter neutraler Flagge antreten. Ihre Hymnen dürfen nicht gespielt werden, das Tragen und Zeigen nationaler Symbole an den olympischen Stätten ist ihnen untersagt. Mannschaften sind nicht zugelassen, nur Einzelsportler sind erlaubt. Die von Russen und Belarussen gewonnenen Medaillen werden nicht im Medaillenspiegel aufgeführt.

In einem mehrstufigen Prüfverfahren von den jeweils zuständigen Weltverbänden und dem IOC wird sichergestellt, dass die startberechtigten Sportler aus Russland und Belarus keine Verbindungen zu Armee und Sicherheitsorganen haben und den Krieg in der Ukraine nicht aktiv unterstützt haben. Eine dreiköpfige IOC-Prüfkommission soll sicherstellen, dass diese Bedingungen eingehalten werden.

ROC kritisiert Auflagen

Russland hält die Auflagen für «unrechtmäßig, unfair und inakzeptabel», wie Stanislaw Posdnjakow, der Chef des Russischen Olympischen Komitees (ROC), sagte. Einen Olympia-Boykott schlossen die Russen aber zuletzt aus.

Das ROC wurde vom IOC suspendiert, weil es die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Herson, Luhansk und Saporischschja aufgenommen hat. Russische Politiker und Top-Sportfunktionäre sollen keinen Zugang zu den olympischen Wettbewerben erhalten.

Diejenigen, die gegen die Freigabe des Starts für russische Sportler sind, insbesondere die Ukraine, befürchten Propagandaaktionen bei den Sommerspielen. „Es gibt in Russland keine neutralen Sportler“, sagte der ukrainische Sportminister Matwij Bidny kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Das IOC wies darauf hin, dass aufgrund der Teilnahmebedingungen nur eine deutlich geringere Anzahl russischer Athleten in Paris vertreten sein wird als bei früheren Olympischen Spielen.

dpa