2023 mussten die Lakers vor den NBA-Playoffs ebenfalls im Play-In antreten und wurden erst in den Conference Finals vom späteren Meister gestoppt. Diesmal will Superstar LeBron James mehr.
James vor Play-In in Bestform: «Ein Schweizer Taschenmesser»

LeBron James war allgegenwärtig. Beim 123:108 Sieg der Los Angeles Lakers gegen die New Orleans Pelicans war der 39-jährige Basketball-Superstar der Hauptverantwortliche für die Dominanz des NBA-Rekordmeisters. 28 Punkte, 17 Vorlagen, 11 Rebounds, 5 Steals und ein Block – die vielseitige Nummer 6 der Lakers zeigte am Sonntag eine herausragende Leistung und überzeugte in allen Bereichen des Spiels.
«Ich bin ein Schweizer Taschenmesser», sagte James nach der Partie, die für alle Fans der Lakers ein Signal und für alle Fans der Pelicans eine Warnung war. Denn in der deutschen Nacht zum Mittwoch (1.30 Uhr MESZ) treffen beide Teams in derselben Halle im Play-In erneut aufeinander.
New Orleans Williamson: «Sie haben uns dominiert»
Mit einem Sieg hätten die Pelicans Rang sechs in der Western Conference verteidigt und das zusätzliche Spiel auf dem Weg in die Playoffs verhindert. Gegen die seit Wochen formstarken Lakers aber ging das Heimteam nicht ein Mal in Führung und hatte zwischenzeitlich 32 Punkte Rückstand. Unter dem Korb «haben die gemacht, was sie wollen. Sie haben uns dominiert», gestand Pelicans-Star Zion Williamson. Lediglich 12 Zähler gelangen ihm, sein Schnitt liegt bei 23. Wer ihn vor allem verteidigte? Der 16 Jahre ältere LeBron James.
Die Begegnung in New Orleans markierte das Ende der 21. NBA-Hauptrunde in der Karriere des Superstars, der für viele Fans und Experten in der Rangliste der besten Spieler der Geschichte noch vor Michael Jordan auf Rang eins steht. Mit einem Karriereende nach den Playoffs rechnet zwar kaum jemand, aber arg lange wird die Laufbahn von LeBron James nicht mehr andauern. «Ich weiß nicht, wann sich diese Tür schließt und ich meine Karriere beende, aber ich habe nicht mehr viel Zeit», sagte er erst vor zwei Wochen. «Ich bin schon auf der anderen Seite des Berges. Ich spiele keine 21 Jahre mehr, das ist verdammt sicher.»
Die Liste seiner Erfolge ist beeindruckend und wirft die Frage auf: Wer kann diese stolze Bilanz übertreffen? James wurde 20 Mal in das All-Star-Team der Liga gewählt – öfter als jeder andere Basketballer. Er holte vier NBA-Titel, wurde viermal als wertvollster Spieler der Finals ausgezeichnet und viermal zum wertvollsten Spieler der Hauptrunde ernannt. Mit 40.474 Punkten in Hauptrunden-Spielen der NBA führt er auch hier: Kareem Abdul-Jabbar, jahrzehntelang Rekordhalter, beendete seine Karriere mit 38.387 Punkten. In den Playoffs erzielte er die meisten Punkte, unglaubliche 2036 mehr als Michael Jordan. Dazu kommen die Olympiasiege 2008 und 2012.
James möchte mit seinem Sohn Bronny zusammen spielen
Für James könnte es die letzte Gelegenheit sein, eine zweite Meisterschaft im Trikot der Lakers zu gewinnen – da sein Vertrag ausläuft und es an ihm liegt, ob er die Option auf eine weitere Saison für 51 Millionen US-Dollar Gehalt zieht. Im Herbst gewann der Rekordmeister als erstes NBA-Team den Titel im neuen In-Season-Turnier, aber worauf es wirklich ankommt, ist der Larry-O’Brien-Pokal, der im Juni verliehen wird.
James hat wiederholt betont, dass er vor seinem Karriereende gerne mit seinem Sohn Bronny in einem Team spielen möchte. Bronny ist 19 Jahre alt, hat seine erste Saison am College abgeschlossen und sich für den NBA-Draft angemeldet, bei dem die Teams die Transferrechte an jungen Spielern sichern. Theoretisch könnte Papa James also in der kommenden Saison für das Team spielen, das seinen Sohn auswählt. Praktisch gesehen sind die meisten Experten jedoch der Meinung, dass Bronny noch nicht das Niveau erreicht hat, um in der NBA eine echte Chance zu haben – und es wäre ratsam, noch ein oder zwei Jahre am College oder in einer ausländischen Profiliga zu spielen, um Erfahrung zu sammeln und sein Spiel zu verbessern.
Bronny mag zwar die Gene seines Vaters haben – aber jemand wie LeBron James, der vor 21 Jahren direkt nach der High School in die NBA wechselte und seitdem auf einem unglaublichen Niveau spielt, gibt es nur einmal. Als nächstes ist er in New Orleans zu sehen.








