Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Enttäuschung für van Poppel: Sprint-Sieg aberkannt

Der Norweger Waerenskjold jubelt nachträglich über Etappensieg und steht vor Gesamtsieg bei Deutschland Tour.

Danny van Poppel gewinnt den Sprint, wird von der Jury aber zurückgestuft. Es gewinnt Soren Waerenskjold (r).
Foto: Jan Woitas/dpa

Florian Lipowitz bereitete unter Schmerzen den Sieg seines Teamkollegen Danny van Poppel mustergültig vor, doch nach einem grenzwertigen Sprint wurde dem niederländischen Meister der Sieg auf der dritten Etappe aberkannt. Stattdessen durfte der Norweger Sören Waerenskjold nach 175,7 Kilometern von Arnsberg nach Kassel nachträglich jubeln, der Prolog-Sieger von Essen steht damit auch vor dem Gesamtsieg.

Van Poppel wurde auf der schweren dritten Etappe der Deutschland Tour zwischenzeitlich abgehängt und von Lipowitz wieder zurück in die Spitzengruppe gebracht. Im Finale blockierte er den Briten Matthew Brennan. Daraufhin wurde der Red-Bull-Profi von der Jury an das Ende der ersten Gruppe zurückgestuft.

«Ich habe versucht, Danny so gut wie möglich zu unterstützen. Leider wurde ihm der Sieg aberkannt. Ich denke, wir haben unser Bestes gegeben und können trotzdem zufrieden sein», sagte Lipowitz der ARD und ergänzte mit Blick auf seine ungewöhnliche Rolle: «Ich mache das gerne. Ich habe so viel von denen bei der Tour bekommen, da wollte ich etwas zurückgeben.» 

Prellungen an Hand, Schulter und Schlüsselbein

Dabei war der Tour-de-France-Dritte nach einem Crash am Freitag mit Schmerzen auf die Etappe gegangen. «Der Hand ging es nicht ganz so gut, aber die Beine haben doch mitgemacht», berichtete Lipowitz, der auf der zweiten Etappe nach einem Sturz des deutschen Meisters Georg Zimmermann von der Strecke abgekommen und gegen einen Stromkasten geprallt war. Dabei trug er Prellungen an der Hand, der Schulter und am Schlüsselbein davon.

Im Team wurde lange diskutiert, ob er das Rennen fortsetzen sollte. Letztendlich hat die Gesundheit Vorrang. Lipowitz wollte jedoch seine Fans auf der klassischen Etappe nicht enttäuschen und kämpfte sich durch.

Waerenskjold baut Führung aus

Waerenskjold war der große Gewinner am Samstag, nachdem van Poppel zurückgestuft wurde. Der Norweger führt nun in der Gesamtwertung mit einem Vorsprung von zehn Sekunden vor Jhonatan Narvaez aus Ecuador und steht kurz vor dem Sieg in der fünftägigen Rundfahrt.

Im Finale spielten die deutschen Fahrer erneut keine Rolle. Marius Mayerhofer belegte den zehnten Platz. Der Kölner Nils Politt hatte 2021 den letzten Erfolg errungen, als er die dritte Etappe und die Gesamtwertung gewann. Das Profil war zu schwer für die Sprinter. Der zweifache Tour-Etappengewinner Jonathan Milan aus Italien und Phil Bauhaus wurden frühzeitig distanziert.

Es ist unwahrscheinlich, dass Waerenskjold den Gesamtsieg noch verliert. Auf der 163,7 Kilometer langen Etappe wird voraussichtlich ein Massensprint stattfinden.

dpa