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Kanzler Scholz jubelt: Handballer stehen in Hauptrunde

Deutschland spielt sich in einen Handball-Rausch und überrollt nach der Schweiz auch Nordmazedonien. Das Ticket für die EM-Hauptrunde ist gelöst. Jetzt wartet der Rekord-Weltmeister.

Die deutsche Defensive hält: Tomislav Jagurinovski aus Mazedonien (M) bleibt an Juri Knorr (l) und Johannes Golla (r) hängen.
Foto: Andreas Gora/dpa

Die deutschen Handballer haben die Begeisterung für die EM im eigenen Land weiter gesteigert und den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde erfolgreich abgeschlossen.

Bundestrainer Alfred Gislasons Team feierte in Berlin gegen Nordmazedonien einen souveränen Vorrundensieg mit 34:25 (18:13) und weckte weitere Hoffnungen auf eine erfolgreiche Medaillen-Mission. Juri Knorr war mit zehn Treffern der beste Werfer für die DHB-Auswahl, während Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und insgesamt 13.571 Zuschauer das Spiel verfolgten.

Am Dienstag spielt Deutschland gegen Frankreich, den Rekord-Weltmeister, um die Vorrunde abzuschließen. Ein Unentschieden reicht für den Gruppensieg. Zuvor hatte der Olympiasieger in seinem zweiten Vorrundenspiel gepatzt und musste sich mit einem 26:26 gegen die Schweiz zufriedengeben. Danach geht es für das DHB-Team, das den Einzug ins Halbfinale anstrebt, in Köln weiter.

Papa Häfner fehlt

«Gefühlt geht es nochmal neu los», hatte DHB-Sportvorstand Axel Kromer vor dem Anpfiff mit Blick auf die ungewohnt lange Vier-Tage-Pause seit dem Auftaktsieg gegen die Schweiz gesagt. Der Bundestrainer hingegen warnte vor dem «unbändigen Willen und der Emotionalität» des Gegners vom Balkan. Die Sorge war unberechtigt.

Das DHB-Team nahm den Kampf von Anfang an bravourös an, auch ohne den gerade zum zweiten Mal Vater gewordenen Kai Häfner, der durch den U21-Weltmeister Nils Lichtlein im Kader ersetzt wurde. Die Abwehr mit dem Innenblock-Duo Johannes Golla und Julian Köster stand stabil und ließ Nordmazedonien kaum Lücken. Gleichzeitig nutzte Deutschland seine Tempogegenstöße über Linksaußen Lukas Mertens erfolgreich aus und führte schnell mit 5:2.

Kromer lobt das Tempospiel

Gislason hatte seine Mannschaft sehr gut auf die Taktiken des Gegners vorbereitet. Das Balkan-Team verwendete verschiedene Verteidigungssysteme und der Außenseiter setzte oft auf den siebten Mann in der Offensive. An der Seitenlinie stand Trainer Kiril Lazarov, der Star des Teams. Er ist der beste Werfer in der Geschichte der Weltmeisterschaft und war der erste Spieler mit über 1000 Toren im Europapokal. Trotzdem konnte er die vielen technischen Fehler seiner Spieler nicht verhindern.

Und obwohl Julian Köster zunächst einige aussichtsreiche Torchancen liegen ließ, spielte sich das deutsche Team mehr und mehr in einen Rausch. Zwischenzeitlich betrug die Führung beim 16:9 sieben Tore. «Wir haben ein super Tempospiel an den Tag gelegt», lobte Kromer zur Halbzeit und äußerte mit Blick auf die Aggressivität: «Sicherlich geht noch ein bisschen mehr in der Abwehr.»

Gislason tobt an der Seitenlinie

Nach der Pause begann die DHB-Auswahl mit einem 3:0-Lauf. Torwart David Späth, der nach 22 Minuten für den unglücklichen Andreas Wolff ins Tor gerückt war, beeindruckte mit mehreren Paraden und sorgte für eine aufgeheizte Atmosphäre in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena. Auch einige leichtsinnige Fehler im Angriffsspiel änderten daran nichts.

Gislason reagierte auf die Situation, indem er eine Auszeit nahm, lautstark tobte und beim Stand von 22:17 mehr Disziplin forderte. Die Rede des Isländers hatte Wirkung und das DHB-Team baute seine Führung wieder auf sieben Tore aus. Gislason wechselte nun fleißig durch und gab EM-Neuling Martin Hanne und U21-Weltmeister Justus Fischer Spielzeit. Der Sieg war nicht mehr gefährdet. Die deutschen EM-Festwochen gehen weiter.

dpa