Siebtes Spiel in Serie ohne Sieg: Nach dem Remis gegen Wolfsburg ist die Bilanz des Mainzer Trainers Siewert durchwachsen. Dabei ist er gerade erst zum Chef befördert worden.
Kein Sieger zum Jahresstart: Mainz mit Remis gegen Wolfsburg

Der FSV Mainz 05 kann in der Bundesliga keine Siege mehr einfahren, hat jedoch den Fehlstart ins Jahr 2024 gegen den VfL Wolfsburg verhindert. Die 05er haben ein 1:1 (0:1) zum Abschluss der Hinrunde erreicht und somit ihre Moral nach einem Rückstand bewiesen.
Vor 24.000 Zuschauern erzielte Vaclav Cerny, der Flügelspieler von Wolfsburg, in der 12. Minute das Führungstor für die Gäste. Immerhin sicherte Kapitän Silvan Widmer den abstiegsgefährdeten Mainzern noch einen Punkt in der 61. Minute.
Die Rheinhessen haben elf Punkte und sehen einer schwierigen Rückrunde entgegen. Jan Siewert wurde in der Winterpause zum Cheftrainer befördert und hat einen Vertrag bis 2026 erhalten. Seit dem beeindruckenden Auftaktsieg gegen RB Leipzig – damals noch als Interimslösung – hat der 41-Jährige in sieben Bundesliga-Spielen jedoch keinen weiteren Sieg feiern können. In diesem Zeitraum gab es auch nur drei eigene Tore. Wolfsburg steckt im Mittelfeld fest und droht den Anschluss an die Europa-Ränge zu verlieren.
Schweigeminute für Beckenbauer
Nachdem eine Schweigeminute für den am vorigen Sonntag verstorbenen Franz Beckenbauer abgehalten wurde, startete das Spiel mit einigen harten Zweikämpfen und relativ wenigen sehenswerten Aktionen. Die erste erfolgreiche Offensive führte direkt zur Führung von Wolfsburg: Nach einem Pass von Lovro Majer tauchte Cerny auf dem rechten Flügel auf, ließ einen Verteidiger aussteigen und schoss trocken ins kurze Eck.
Die Mainzer Versuche waren hingegen ungenau und ungefährlich. Als Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels einen Schuss von Phillipp Mwene (18.) problemlos zur Ecke ablenkte, hatte er bereits einen Rekord aufgestellt. Casteels blieb gegen Mainz 05 – bis zum 1:1 in Halbzeit zwei – über 700 Minuten lang ohne Gegentor und übertraf damit den bisherigen Rekord, den Manuel Neuer zwischen 2011 und 2016 gegen Eintracht Frankfurt aufgestellt hatte. Es waren die längsten Minuten, die ein Bundesliga-Torhüter gegen einen bestimmten Gegner gespielt hatte. Der Belgier Casteels wurde bis zur Halbzeit auch nicht weiter gefordert.
Ausgleich aus dem Nichts
Wolfsburg erledigte das Notwendigste. Das war bei frostigen Temperaturen und auffällig zurückhaltenden Gastgebern nicht viel. Majer (42.) schoss deutlich über das Tor, Torjäger Jonas Wind kam eher harmlos (44.) heran. Jakub Kaminski (45.+2) machte auf dem Weg zum möglichen zweiten Tor einen zu großen Umweg und wurde von Rückkehrer Robin Zentner mit einer sauberen Grätsche gestoppt.
Auch die ersten 15 Minuten nach der Halbzeitpause verliefen schleppend. Der Ausgleich der Mainzer kam dann praktisch aus dem Nichts: Kapitän Widmer traf auf kuriose Weise mit dem Außenrist nach Vorlage des aktiven Mwene. Es war das erste Tor des Schweizers in der Bundesliga seit fast einem Jahr. Kurz vor dem 1:1 begannen vereinzelt die Heimfans, ihren Unmut zu äußern. Das Spiel blieb trotz fehlender Höhepunkte bis zum Ende spannend. Ein Siegtor fiel nicht, weil Zentner nach einer Ecke (87.) herausragend einen Kopfball von Sebastiaan Bornauw parierte.








