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Deutschlands Basketballer vor Herausforderungen

Die Niederlage in der EM-Qualifikation war ein Rückschlag. Der Kader für die Olympischen Spiele in Paris bleibt nahezu identisch.

Trainer Gordon Herbert wollte der Niederlage nicht zu große Bedeutung beimessen.
Foto: Matthias Stickel/dpa

Bundestrainer Gordon Herbert konnte die Niederlage in der EM-Qualifikation verkraften. Denn obwohl das peinliche 62:67 in Bulgarien ein kleiner sportlicher Rückschlag war, werden Deutschlands Basketballer höchstwahrscheinlich im kommenden Jahr an der Europameisterschaft in Finnland, Lettland, Polen und Zypern teilnehmen.

Am Ende qualifizieren sich drei von vier Teams aus der Gruppe. «Es war nur ein Spiel», wollte Herbert dem Ergebnis nicht zu große Bedeutung beimessen.

Der Weltmeister-Coach war jedoch nachdenklich gestimmt, dass der zweite Mantel im deutschen Nationalteam möglicherweise nicht den sehr hohen Erwartungen entspricht, wie erhofft. Obwohl Spieler wie Oscar da Silva oder Louis Olinde beim klaren 85:61-Sieg gegen Montenegro drei Tage zuvor noch überzeugt hatten, konnten in der stimmungsvollen Arena Botevgrad keine Pluspunkte für einen Platz im Olympia-Kader gesammelt werden.

«Vielleicht sind einige wegen der Atmosphäre etwas abgetaucht», sagte Herbert vielsagend. «Wir hatten Probleme mit den Zuschauern und der Intensität», räumte Jonas Mattisseck ein. Der 24-Jährige von Alba Berlin wusste zumindest zu Beginn noch zu überzeugen, fand in der vogelwilden Schlussphase aber ebenfalls keine Mittel mehr, dem deutschen Spiel Konturen zu geben. Und auch David Krämer, einziger Weltmeister im Aufgebot, hatte einen gebrauchten Tag erwischt.

Kader für Paris dürfte identisch mit WM-Kader sein

Es ist wahrscheinlich, dass der Kader für die Olympischen Spiele in Paris fast identisch mit dem bei der WM in Asien im vergangenen Jahr sein wird, vorausgesetzt, dass sich in den kommenden Monaten keiner der Weltmeister verletzt. Dennis Schröder, die Wagner-Brüder und Daniel Theis aus der NBA sowie die Euroleague-Profis Andreas Obst, Isaac Bonga, Niels Giffey, Johannes Thiemann, Maodo Lo und Johannes Thiemann dürften gesetzt sein, wenn Herbert Ende Juni/Anfang Juli mit seinem Paris-Kader in die Vorbereitung startet.

Da Silva erzielte in Bulgarien 15 Punkte und zwölf Rebounds, was immerhin ein Double-Double bedeutet. Justus Hollatz und Nick Weiler-Babb fehlten dieses Mal, und Krämer schwächelt sportlich aktuell. Die verbleibenden zwei Olympia-Tickets dürften unter ihnen ausgemacht werden. Nach den Eindrücken von Botevgrad kommt der Rest nicht für das große Ziel Olympia-Gold in Frage.

dpa