Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

FC Bayern München: Signale vor Kimmich-Entscheidung und Champions-League-Duell

Die Bosse kündigten eine Entscheidung über Kimmichs Zukunft an, trotz zurückgezogenem Vertragsangebot. Die Bayern sind bereit für Bayer Leverkusen.

Ausgelassener Jubel: Die Bayern und Trainer Vincent Kompany (r) beim 3:1 in Stuttgart.
Foto: Tom Weller/dpa

Die Führungskräfte leiteten die Verhandlungen über die Zukunft von Joshua Kimmich, während sich die Fans bereits auf das Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen einstellten. Beim 3:1 (1:1)-Sieg des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart wurden Signale gesendet – sowohl bezüglich Kimmich als auch an die Konkurrenz. Die Brust der Bayern könnte vor dem wichtigen Königsklassen-Duell mit der Werkself kaum stolzer sein.

«Keiner steht über dem Verein»

Es werde eine «sehr zeitnahe» Entscheidung über Kimmichs Zukunft geben, kündigte Sportdirektor Christoph Freund nach der Partie am Freitagabend an. Mehrere Medien hatten vor dem Südschlager berichtet, dass der deutsche Fußball-Rekordmeister sein Vertragsangebot an den Mittelfeldspieler zurückgezogen habe. Kimmichs Kontrakt endet am 30. Juni. Die Gespräche laufen seit Monaten – und trotz der jüngsten Entwicklungen wohl auch weiter.

«Wir wissen, was wir aneinander haben. Wir gehen sehr, sehr respektvoll miteinander um und: Wir sprechen», sagte Sportvorstand Max Eberl. Er sei nicht skeptisch, erklärte der 51-Jährige. Er stellte aber auch klar: «Es steht generell keiner über dem Verein, und wenn ein Spieler sich anders entscheidet, entscheidet er sich anders. Und dann wird es auch beim FC Bayern weitergehen.» Das gilt im Zweifelsfall dann auch für einen Kimmich, immerhin Nationalmannschaftskapitän und in Bayerns Zentrum von enormer Bedeutung.

Eberl stellte klar, dass man an diesem Punkt nicht sei. Die Tür für Kimmich, der gegen den VfB angeschlagen fehlte, bleibt also weiterhin offen. Die Münchner geben jedoch die Richtung vor, wie sie versuchten klarzumachen.

Bayern drehen Rückstand – VfB hilft mit

In der Bundesliga ist die Situation momentan gleich. Die Bayern haben aus den letzten zehn Spielen 28 von 30 möglichen Punkten geholt. Nach der titellosen Vorsaison scheinen sie unaufhaltsam in Richtung Meisterschaft zu marschieren.

Vorige Woche gegen Eintracht Frankfurt (4:0) und nun beim Vizemeister in Stuttgart habe man «zwei wirklich überzeugende Spiele» gezeigt, sagte Eberl – und zwar gegen Teams, die «zu den besten Vereinen in Deutschland gehören». Er finde es «bemerkenswert, wie wir in so einem Spiel auch wachsen».

Nach dem Rückstand durch Angelo Stiller (34. Minute) und einer ersten halben Stunde, in der die Stuttgarter laut Bayern-Trainer Vincent Kompany «klar besser» waren, hatte Michael Olise (45.) ausgeglichen. Leon Goretzka nach einem bösen Patzer der VfB-Defensive (64.) und der eingewechselte Kingsley Coman nach einem weiteren leichtfertigen Ballverlust der Gastgeber (90.) drehten die Partie.

Wie die Mannschaft ruhig geblieben und zurückgekommen sei und in der zweiten Halbzeit dominiert habe, sei «schon sehr gut gewesen», meinte Eberl.

Neuer fordert Cleverness gegen Bayer

Die Bayern würden aktuell «ein Stück weit erwachsener» spielen, befand Torhüter Manuel Neuer. Das dürfte ihr auch im prickelnden Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse gegen Leverkusen am Mittwoch helfen. Schon Kleinigkeiten könnten die Duelle mit dem Double-Sieger entscheiden, meinte Neuer. Es sei daher wichtig, «kühlen Kopf» zu bewahren und «aufmerksam» zu sein. Man müsse «nicht in einem Spiel alles entscheiden, sondern intelligent sein».

Der weitgehend glanzlose, in Summe aber doch recht souveräne und verdiente Sieg in Stuttgart hat gezeigt: Die Bayern sind absolut bereit für Bayer. Die Fans sangen nach dem Spiel in freudiger Erwartung vom «Europapokal». Auch so ein Signal, das die Münchner an diesem Abend sendeten.

dpa