Mainzer Tore durch Barreiro und Lee, direkter Abstieg nach 33. Spieltag ausgeschlossen, BVB mit B-Elf chancenlos
Mainz 05 demütigt BVB mit 3:0-Sieg im Bundesliga-Finale

Der FSV Mainz 05 hat eine B-Elf von Borussia Dortmund, dem Finalisten der Champions League, vorgeführt und hat nun plötzlich den Klassenverbleib in der großen Bundesliga-Finale selbst in der Hand.
Das Team von Trainer Bo Henriksen gewann deutlich mit 3:0 (3:0) gegen den BVB und überholte damit Union Berlin auf dem 15. Platz. Ein direkter Abstieg ist somit für die 05er nach dem 33. Spieltag nicht mehr möglich.
Leandro Barreiro (12. Minute) und Jae-sung Lee (19./23.) sorgten früh für die Mainzer Tore gegen desorientierte und extrem fehlerhafte Dortmunder. BVB-Trainer Edin Terzic hatte nach dem Halbfinal-Kraftakt in Paris seine Startelf gleich auf zehn Positionen verändert, um sich auf das Königsklassen-Endspiel gegen Real Madrid vorzubereiten. Nico Schlotterbeck war der einzige Profi, der wie beim Sieg bei PSG (1:0) vor 33.305 Zuschauern in der Startelf stand.
Dortmund kann sechsten Königsklassen-Platz erspielen
Dortmund wird die Saison als Fünfter beenden. Wenn sie im Londoner Wembley-Stadion am 1. Juni den Titel gewinnen, erhält die Bundesliga einen sechsten Champions-League-Platz. Die Abstiegsrivalen der 05er dürften weniger erfreut über die Aufstellung und vor allem die Einstellung der Borussia gewesen sein.
Die schnelle Aufholjagd von Mainz unter Trainer Henriksen, der im Februar in einer fast aussichtslosen Situation übernahm, steht kurz vor dem Abschluss. Mit einem Vorsprung von zwei Punkten und einem deutlich besseren Torverhältnis gegenüber Union dürfte bereits ein Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg am nächsten Samstag ausreichen, um gerettet zu sein. Der Last-Minute-Sieg des 1. FC Köln gegen Union (3:2) hatte zuvor den Mainzern diese Möglichkeit eröffnet.
Zweimal Aluminium, dann die Tore
Die Mainzer Profis nutzten die Gelegenheit von der ersten Minute an. Angefeuert vom lauten Publikum, das Henriksen schon vor dem Anpfiff energisch bejubelt hatte, hatten die Gastgeber sofort die besseren Chancen. Ein Freistoß von Nadiem Amiri (7.) und ein Kopfball von Silvan Widmer (8.) trafen Latte und Pfosten. Die B-Elf des BVB kam in den Anfangsminuten immer wieder zu spät.
Auch beim ersten Tor wurde Barreiro nach einer Flanke von Widmer völlig alleine gelassen und erzielte das 1:0. Während die von Niklas Süle angeführte Borussia beim ersten Tor nur passiv zuschaute, half sie beim zweiten Mainzer Treffer selbst kräftig mit. Ersatztorhüter Alexander Meyer führte einen Freistoß so unpräzise aus, dass er direkt bei Gegenspieler Lee landete – der Südkoreaner schoss mühelos ins leere Tor ein.
Erneut Doppelpack durch Lee
Der BVB hatte sich noch nicht vollständig vom zweiten Gegentor erholt, als bereits ein weiteres fiel. Wieder war es Barreiro, der gemeinsam mit Amiri das Dortmunder Mittelfeld um Felix Nmecha komplett im Griff hatte. Lee schoss erneut frei stehend ein und erzielte wie gegen Darmstadt (4:0) im April einen Doppelpack. Hätte Meyer nicht weitere Chancen vereitelt, wäre sogar eine noch höhere Mainzer Führung zur Pause möglich gewesen.
Dortmunds Trainer Terzic hatte auf die Frage nach den Gründen für die komplette Rotation gegenüber dem Paris-Spiel bei Sky geantwortet: «Weil wir großes Vertrauen in die Spieler haben und Frische brauchen, sowohl physisch als auch emotional.» Zur Pause brachte er in Julian Brandt, Ian Maatsen und Jadon Sancho gleich drei neue Spieler, doch das Duell schien bereits verloren. Für einen Startelf-Einsatz in Wembley empfehlen konnte sich niemand.








