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Kraft tanken für Alcaraz: Wie fit ist Zverev noch?

Für einen Topspieler hat Alexander Zverev in Melbourne schon viel zu lange auf dem Platz gestanden. Das hat erste Folgen.

Trifft zu einer guten Uhrzeit für deutsche Tennisfans auf Carlos Alcaraz: Alexander Zverev.
Foto: Asanka Brendon Ratnayake/AP/dpa

Vor dem Viertelfinal-Duell gegen Carlos Alcaraz entschied sich Alexander Zverev für eine entspannte Herangehensweise. Er schlief lange und absolvierte eine lockere Trainingseinheit auf Court 8 im National Tennis Centre, abseits des Trubels rund um die Rod Laver Arena. Nach dem anstrengenden Fünf-Satz-Krimi gegen den Briten Cameron Norrie im Achtelfinale war es für Zverev vor allem wichtig, seine Energiereserven aufzufüllen.

Schließlich steht ihm gegen den Wimbledon-Champion der nächste Kraftakt bevor. «Das wird wieder ein großer Kampf. Ich freue mich darauf», sagte Zverev vor dem Duell mit dem spanischen Weltranglisten-Zweiten, das von den Veranstaltern für den späten Mittwochabend Ortszeit (zweites Spiel nach 9.00 Uhr MEZ/Eurosport) angesetzt wurde.

Zverev erinnert sich nicht gerne an den letzten Vergleich mit Alcaraz bei einem Grand-Slam-Turnier. Im September des vergangenen Jahres verlor er deutlich in drei Sätzen und hatte keine Chance. Allerdings hatte er zuvor ein episches Achtelfinale gegen den Italiener Jannik Sinner über fünf Sätze in 4:41 Stunden gewonnen.

«Ich fühle mich nicht wie bei den US Open, als ich komplett tot war. Da war ich physisch am Ende», blickte Zverev zurück. Dieses Mal sei er zwar müde. «Aber ich bin nicht in einem so schlechten Zustand wie bei den US Open. Deshalb wird es, denke ich, ein ganz anderes Match.»

Viele Schwankungen im Spiel

Jedoch hat der Olympiasieger bisher in Melbourne zu viele Schwankungen in seinem Spiel gezeigt und musste sowohl gegen Norrie als auch zwei Runden zuvor gegen den slowakischen Qualifikanten Lukas Klein jeweils über fünf Sätze gehen. Daher hat er beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres bereits unnötig viel Energie verbraucht.

Alcaraz hat dagegen erst einen Satz abgegeben und vor allem die beiden Runden zuvor im Schnelldurchgang für sich entscheiden. «Natürlich ist das ein Vorteil», räumte Zverev ein. «Wenn du weniger spielst, bis du frischer.»

Trotzdem glaubt der Hamburger, dass er gegen Alcaraz überraschen kann. Er ist zuversichtlich, unter anderem aufgrund des letzten Aufeinandertreffens, bei dem er den 20-jährigen Spanier in drei Sätzen bei den ATP-Finals besiegt hat.

Alcaraz hat Respekt

Der Spanier zeigt deshalb auch durchaus Respekt vor Zverev, gegen den er bislang von sieben Duellen vier verloren hat. «Er ist ein großartiger Spieler», sagte Alcaraz. «Ich liebe es, gehen ihn zu spielen. Es sind immer große Kämpfe. Ich muss mein bestes Tennis spielen, er pusht mich immer dazu, 100 Prozent zu geben.»

Zverev ist in Melbourne noch nicht zu 100 Prozent seines Leistungsvermögens. Experten wie Boris Becker haben immer gefordert, dass er aggressiver und dominanter spielen muss, um wirklich einmal ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen.

Jedoch hat sich auch im Jahr 2024 an Zverevs Herangehensweise an seine Matches nicht viel verändert. Der 26-Jährige überlässt seinem Gegner viel zu oft die Initiative, unabhängig davon, ob es sich um einen Top-Ten-Spieler handelt oder wie Klein in Runde zwei jenseits der 150 steht.

Es wird nicht ausreichen, sich immer nur auf sein großes Kämpferherz und seine Nervenstärke im fünften Satz zu verlassen, um sich den Traum vom ersten Grand-Slam-Titel zu erfüllen. Außerdem haben die Marathonmatches Blutblasen hinterlassen, weshalb im sehr heißen Melbourne vor allem Ruhe angesagt war und Mario Kart an der Konsole gespielt wurde.

dpa