Bayer Leverkusen erspielt sich auch ohne Boniface und anfangs Wirtz Chance um Chance. Dennoch reicht es in Augsburg lange nicht für ein Tor. Bis Palacios Rang noch eins nach der Hinrunde sichert.
Leverkusen jubelt spät: Palacios trifft zum Sieg in Augsburg

Exequiel Palacios hat in der letzten Minute den Spitzenreiter Bayer Leverkusen im kalten Augsburg erlöst. Der argentinische Mittelfeldspieler hat der Mannschaft von Trainer Xabi Alonso mit einem Tor in der letzten Minute ein 1:0 (0:0) und somit die Hinrunden-Meisterschaft vor dem Verfolger FC Bayern München beschert. Die Leverkusener Kombinationsfußballer hatten lange Schwierigkeiten, bevor Palacios (90.+4 Minute) für Jubel bei Bayer sorgte.
Xabi Alonsos Team hielt vor 30.055 Zuschauern ihren unbesiegten Nimbus in dieser Saison auch im 26. Pflichtspiel aufrecht und beendete somit ihre beeindruckende Bundesliga-Hinrunde ungeschlagen. Der Vorsprung auf den FC Bayern beträgt weiterhin vier Punkte, jedoch haben die Münchner noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.
Der Mangel an Victor Boniface (Adduktorenverletzung), Edmond Tapsoba und Odilon Kossounou (beide Afrika-Cup) war nur in der Anfangsphase des Spiels von Xabi Alonso’s Team spürbar. Die Leverkusener benötigten einige Minuten, um den Kombinationsmotor gegen eine clever aufgestellte Augsburger Auswahl in Gang zu bringen. Die Gastgeber unter Trainer Jess Thorup störten frühzeitig und hatten eine gut durchdachte Raumaufteilung.
FCA unter Dauerdruck
Mit zunehmender Dauer des Spiels wurden die Momente, in denen Augsburg entlastet wurde, jedoch seltener. Patrik Schick, der im Sturmzentrum für Boniface eingesetzt wurde, umkurvte in der 19. Minute mit etwas Glück den Torhüter von Augsburg, Finn Dahmen, aber Verteidiger Felix Uduokhai rettete kurz vor der Torlinie. Der Kunstschütze Alejandro Grimaldo (28.) scheiterte dann aus 18 Metern an der Latte. Und gegen einen Kopfball von Robert Andrich (37.) aus kürzester Distanz musste Dahmen mit den Bauchmuskeln retten.
Und was ist mit dem FC Augsburg? Der FC Augsburg hielt dem Dauerdruck vorerst stand. Kapitän Ermedin Demirovic (22.) wagte es sogar einmal fast gegen die gesamte Dreierkette der Leverkusener anzutreten und sorgte mit seinem Rechtsschuss, der jedoch am rechten Pfosten vorbeiflog, für eine ordentliche Aufregung auf der Tribüne.
Xabi Alonso verzichtete anfangs auch auf Verteidiger Jonathan Tah, dem eine Gelb-Sperre droht, und Spielmacher Florian Wirtz. In der Dreierkette agierte als zentraler Mann Robert Andrich, Wirtz wiederum wurde nach einer Erkältung etwas geschont. «Florian Wirtz hat ein kleines Problem in der Trainingswoche gehabt. Es besteht mehr Risiko, wenn er von Anfang an spielt», hatte Xabi Alonso vor dem Anpfiff im TV-Sender Sky erläutert.
Mit Wirtz als Einwechselspieler in den letzten dreißig Minuten steigerten die Leverkusener erneut das Tempo. Sie mussten jedoch kurz innehalten, als sich der Videoreferee aufgrund einer Abseitsposition des Augsburger Stürmers Phillip Tietz (72.) einschaltete – sein vermeintliches Tor wurde jedoch auch nach Überprüfung der TV-Bilder aberkannt. Palacios sorgte schließlich für den begeistert gefeierten Siegtreffer.








