Der FC Liverpool kommt nicht richtig in Schwung – trotz Dominanz, Einsatz und hoher Intensität. Im aktuellen Football Monday analysiert Ex-Nationalspieler Markus Babbel schonungslos die Probleme der Reds.
Liverpool ohne Flow: Babbel findet klare Worte

Fehlender Rhythmus trotz Kontrolle
Auf den ersten Blick wirken die Ergebnisse des FC Liverpool solide. Die Mannschaft ist seit mehreren Spielen ungeschlagen, kontrolliert weite Phasen der Partien und investiert enorm viel. Doch genau hier setzt Markus Babbel an: Dominanz allein reiche nicht. Liverpool fehle der natürliche Spielfluss, das Selbstverständnis, Spiele mit Leichtigkeit zu entscheiden. Stattdessen wirke vieles erarbeitet, fast verkrampft. Siege fühlen sich mühsam an – Unentschieden genauso.
Hoher Aufwand, geringer Ertrag
Babbel erkennt ein strukturelles Problem: Liverpool betreibt enormen Aufwand, ohne sich konsequent zu belohnen. Gerade im letzten Drittel offenbaren sich Defizite. Laufwege greifen nicht ineinander, kreative Lösungen bleiben aus. Die Folge: viel Ballbesitz, aber zu wenig Durchschlagskraft. Für einen Klub mit Titelanspruch ist das aus Sicht des Experten zu wenig. Der letzte Punch fehlt – ebenso wie der Killerinstinkt, enge Spiele frühzeitig zu entscheiden.
Florian Wirtz: We want more and have to get better 👊💬
— Liverpool FC (@LFC) January 5, 2026
Florian Wirtz als Sinnbild der Problematik
Besonders intensiv widmet sich Babbel Florian Wirtz, der in einer zentralen Rolle agiert. Sein Urteil ist differenziert: herausragende Technik, enorme Spielfreude, hoher Einsatz. Gleichzeitig kritisiert Babbel eine wiederkehrende Schlampigkeit bei einfachen Pässen. Gute Aktionen verlieren dadurch ihren Wert. Für Babbel ist das kein Talent-, sondern ein Konzentrationsproblem. Wirtz sei gedanklich oft schon bei der nächsten Aktion, bevor er die aktuelle sauber zu Ende spielt – ein Detail, das auf Premier-League-Niveau entscheidend ist.
Kreativität ohne Abstimmung
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Zusammenspiel im Offensivzentrum. Babbel hat den Eindruck, dass Mitspieler Wirtz’ Ideen nicht immer antizipieren können. Dadurch entstehen Missverständnisse, die den Spielfluss zusätzlich bremsen. Liverpool wirkt in diesen Momenten nicht harmonisch, sondern fragmentiert. Der kreative Funke springt zu selten auf die gesamte Offensive über.
Defensive Unachtsamkeit als zusätzlicher Faktor
Neben den offensiven Problemen benennt Babbel auch defensive Schwächen in Schlüsselmomenten. Späte Gegentore seien kein Zufall, sondern Resultat fehlender Präsenz und Konzentration. Gerade nach eigenen Führungstreffern verliere Liverpool zu schnell die Ordnung. Das koste regelmäßig wertvolle Punkte und verstärke den Eindruck einer Mannschaft, die aktuell nicht im Rhythmus ist.
90+7. 🤯 pic.twitter.com/LJWPQPuTXC
— Fulham Football Club (@FulhamFC) January 4, 2026
Babbel bleibt dennoch optimistisch
Trotz aller Kritik betont Babbel, dass Liverpool über Qualität verfügt. Die Basis stimme: Einsatz, Laufbereitschaft und Grundordnung seien vorhanden. Entscheidend sei nun, Ruhe und Klarheit ins eigene Spiel zu bringen. Weniger Hektik, mehr Präzision – dann könne aus hohem Aufwand wieder ein natürlicher Flow entstehen.








