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Mächtiger Rückschlag für Union: Berliner verlieren in Bochum

Union Berlin erleidet in Bochum einen herben Dämpfer im Abstiegskampf. Auch diese Partie wird von Fanprotesten begleitet. Schiedsrichter Sven Jablonski muss das Spiel sogar unterbrechen.

Bochums Cristian Gamboa (v.li.), Torschütze Takuma Asano, Anthony Losilla und Tim Oermann jubeln nach dem Tor zum 1:0.
Foto: David Inderlied/dpa

Der 1. FC Union Berlin hat im Abstiegskampf gegen den VfL Bochum schwerwiegende Fehler gemacht. Die Mannschaft von Trainer Nenad Bjelica hat gegen den Revierclub verdient mit 0:3 (0:1) verloren. Anstatt den leichten Aufwärtstrend fortzusetzen und den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib mit einem Sieg zu überholen, beträgt der Rückstand der Köpenicker auf den VfL in der Fußball-Bundesliga nun sechs Punkte.

Vor 25.300 Zuschauern im Ruhrstadion konnte Union zu fast keiner Zeit an die Leistung vom 3:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach in der Vorwoche anknüpfen. Vier Tage nach dem Champions-League-Abschied gegen Real Madrid (2:3) zeigte sich das Überraschungsteam der letzten Saison vorne harmlos und hinten anfällig. Takuma Asano (45.+5), Goncalo Paciencia (54.) und Kevin Stöger (78./Foulelfmeter) erzielten die Tore für die hoch überlegenen Gastgeber. Bochum blieb im vierten Heimspiel in Folge ungeschlagen und setzte sich vorerst etwas von der Abstiegszone ab.

Zu Beginn des Spiels herrschte auf den Rängen größtenteils Stille, aus Protest gegen einen DFL-Investorendeal. Auf dem Platz begann es mit viel Tempo. Beide Mannschaften strebten den schnellen und geradlinigen Weg nach vorne an. Nach einer Flanke von Cristian Gamboa verfehlte Stöger nur knapp das frühe 1:0 für Bochum (3.).

Insbesondere der VfL startete gut ins Spiel und erzielte immer größere Vorteile. Nach zwölf Minuten musste der Schiedsrichter Sven Jablonski das Spiel jedoch unterbrechen. Union-Fans warfen Tennisbälle auf den Platz und sorgten so für eine etwa vierminütige Pause. Es flogen auch Schokoladentaler auf den Rasen – Bochums Offensivspieler Asano öffnete einen und aß ihn.

Die Gastgeber ließen sich von der Unterbrechung nicht beirren. Bochum blieb weiterhin gefährlich. Stürmer Paciencia verpasste eine große Chance gegen Union-Keeper Frederik Rönnow, Patrick Osterhage schoss aus aussichtsreicher Position über das Tor und auch Asano konnte Rönnow nicht überwinden. Auf der anderen Seite hatte Janik Haberer nach mehr als einer halben Stunde die erste richtige Chance für die Gäste. Bochums Verteidiger Keven Schlotterbeck klärte kurz vor der Linie.

Obwohl es zur Halbzeit bereits nach einem 0:0 aussah, konnte sich der VfL am Ende doch noch für eine starke erste Hälfte belohnen. Asano schoss den Ball nach einer Ecke von Stöger verdientermaßen zur Führung ins Netz.

Und Bochum erhöhte den Druck. Torwart Manuel Riemann reagierte schnell nach einem Angriff der Berliner und leitete einen Konter ein, der wie aus dem Lehrbuch war. Über die beeindruckenden Asano und Christopher Antwi-Adjei gelangte der Ball in den Strafraum zu Paciencia, der das 2:0 erzielte.

Der Trainer der Union, Bjelica, versuchte, von außen noch einmal einen Impuls zu setzen. Auch sein Wechsel von drei Spielern nach einer Stunde änderte die Kräfteverhältnisse jedoch nicht mehr. Bochum hatte das Spiel gut unter Kontrolle und erhöhte sogar auf 3:0 durch einen Foulelfmeter nach Videobeweis.

dpa