Das Manchester-Derby elektrisiert – Liverpool lässt erneut Punkte liegen. Markus Babbel und Cedric Pick sprechen über Mentalität, Vereins-DNA und erklären, warum Konstanz der entscheidende Faktor im Titel- und Champions-League-Rennen ist. Eine Episode voller Klartext.
Manchester Derby-Fieber und Liverpool-Frust: Markus Babbel analysiert die Extreme der Premier League

Manchester United: Derby als emotionaler und sportlicher Wendepunkt
Das Manchester-Derby war aus Sicht von Markus Babbel mehr als nur ein Prestigesieg. Der verdiente 2:0-Erfolg von Manchester United gegen den Stadtrivalen Manchester City war für den ehemaligen Nationalspieler der beste Auftritt der „Red Devils“ seit langer Zeit. Entscheidend sei nicht nur das Ergebnis gewesen, sondern vor allem die Art und Weise. United habe es erstmals wieder geschafft, über 90 Minuten hochkonzentriert zu agieren, diszipliniert zu verteidigen und die eigene Spielidee konsequent umzusetzen.
MANCHESTER. IS. REDDDDD! 🤩❤️
— Manchester United (@ManUtd) January 17, 2026
Besonders beeindruckt zeigte sich Babbel davon, wie effektiv Manchester United die gefährlichste Waffe der Gäste neutralisierte. Erling Haaland fand praktisch nicht statt. Für Babbel ein klares Indiz dafür, dass Matchplan, Intensität und defensive Abstimmung auf den Punkt stimmten.
Rückkehr zur United-DNA
Für Babbel ist das Derby auch ein Beleg dafür, was möglich ist, wenn Manchester United sich auf seine Identität besinnt. Tempo, Umschaltspiel, Mut nach vorne – Attribute, die den Klub historisch ausgezeichnet haben. In der Vergangenheit, so Babbel, sei genau das verloren gegangen. Zu viele Systemwechsel, zu wenig Anpassung an das, wofür der Verein steht.
Der Derby-Sieg könne ein Befreiungsschlag sein, warnt Babbel jedoch zugleich vor Euphorie. Entscheidend werde sein, ob United diese Leistung konservieren kann. Genau daran sei der Klub in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert: starke Einzelspiele, gefolgt von Rückschritten.
That Old Trafford ROAAAAARRRR! 🔊 pic.twitter.com/4miK8MWI4i
— Manchester United (@ManUtd) January 19, 2026
Liverpool: Viel Aufwand, zu wenig Ertrag
Ganz anders die Gefühlslage beim FC Liverpool. Das 1:1 gegen den Aufsteiger Burnley sorgt bei Babbel für Frust. Es war bereits das dritte Heim-Unentschieden gegen einen Neuling – aus seiner Sicht ein klares Alarmsignal. Liverpool dominiere diese Spiele, erarbeite sich Chancen, lasse aber zu viel liegen. Am Ende reichen ein Fehler oder ein Moment der Unachtsamkeit, um wertvolle Punkte zu verlieren.
What a way for Marcus Edwards to score his first Premier League goal 🎯 pic.twitter.com/PK76kJfVGq
— Burnley FC (@BurnleyOfficial) January 18, 2026
Babbel rechnet nüchtern vor, wie schmerzhaft diese Punktverluste sind. Mit konsequenterer Chancenverwertung wäre Liverpool mitten im Rennen um die Spitzenplätze – stattdessen bleibt das Gefühl, sich selbst auszubremsen.
Florian Wirtz als Lichtblick
Bei aller Kritik findet Babbel auch positive Aspekte. Allen voran Florian Wirtz. Für ihn ist der Offensivspieler in den vergangenen Wochen der beste Akteur bei Liverpool. Spielintelligenz, Übersicht und Abschlussstärke stechen heraus. Besonders lobt Babbel, dass Wirtz zuletzt deutlich fokussierter agiere und seine Aktionen sauber zu Ende spiele.
Flo’s finish against Burnley ⚽️ pic.twitter.com/nPtptLQXns
— Liverpool FC (@LFC) January 17, 2026
Dennoch sieht er auch hier ein strukturelles Problem: Nicht jeder Mitspieler sei in der Lage, Wirtz’ Tempo im Kopf mitzugehen. Das hemme den Spielfluss im letzten Drittel und koste Dynamik.
Der Unterschied zwischen Euphorie und Ernüchterung
Das Manchester-Derby und Liverpools erneuter Punktverlust zeigen für Babbel exemplarisch, worauf es in der Premier League ankommt. Mentalität, Klarheit im Spiel und die Fähigkeit, Drucksituationen auszuhalten. Manchester United habe im Derby gezeigt, welches Potenzial vorhanden ist, wenn alles zusammenpasst. Liverpool dagegen ringe weiterhin mit der eigenen Konstanz – trotz hoher Qualität im Kader.








