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Union Berlin holt drei Punkte dank Joker Aaronson

Aaronsons Treffer in der 84. Minute sichert Union den Sieg gegen Hoffenheim im hitzigen Spiel.

Hoffenheims Trainer Pellegrino Matarazzo (l) und sein Team konnten zuhause erneut nicht gewinnen.
Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Dank Joker Brenden Aaronson hat der 1. FC Union Berlin in einem hitzigen, zerfahrenen und mehrfach unterbrochenen Spiel drei Punkte gegen den Abstieg geholt.

Die Mannschaft unter der Leitung von Trainer Nenad Bjelica erzielte in der Fußball-Bundesliga durch das späte Tor des amerikanischen Joker einen 1:0 (0:0) Sieg gegen die TSG Hoffenheim. Das Spiel vor 19.050 Zuschauern im Stadion von Sinsheim wurde von Protesten der Union-Fans und von Gelb-Roten Karten für Hoffenheims Stanley Nsoki und Berlins Kevin Volland geprägt.

Joker Aaronson hat mit seinem Tor in der 84. Minute die Misere von TSG-Trainer Pellegrino Matarazzo weiter verschlimmert. Sein Team hat nun schon seit acht Spielen nicht mehr gewonnen und hat erneut zu Hause enttäuscht, diesmal gegen einen Gegner aus dem Tabellenkeller. Der 3:1-Sieg gegen den VfL Bochum, der gleichzeitig der bisher letzte Heimsieg war, liegt drei Monate zurück. Die Berliner haben am 22. Spieltag ihren Abstand zum Relegationsplatz mit dem 1. FC Köln auf acht Punkte vergrößert.

Kevin Vogt offiziell verabschiedet

Kevin Vogt, der lange bei Hoffenheim spielte und in der Winterpause zu Union gewechselt ist, wurde vor dem Spiel offiziell von der TSG verabschiedet – und sein Team hätte fast in der zweiten Minute das 0:1 kassiert. Ihlas Bebou scheiterte aus elf Metern am Torwart Frederik Rönnow und traf im zweiten Versuch nur den Pfosten.

Trotzdem hatten die Gäste in der Anfangsphase Pech: „Rani Khedira verletzte sich nach nur vier Minuten am linken Fuß und musste das Feld verlassen. Nach einer kurzen Phase der Orientierung wagten sich die Berliner auch nach vorne, und Benedict Hollerbach tat es Bebou gleich: Der Stürmer von Union schoss nach einem Doppelpass mit Kevin Volland völlig frei vor TSG-Keeper Oliver Baumann an den linken Pfosten.

Auch bei Hoffenheim gab es einen wichtigen Mittelfeldspieler, der betroffen war: Grischa Prömel musste das Spiel gegen seinen Ex-Club bereits nach weniger als einer halben Stunde verlassen – Blessur am Knie. Die Gastgeber verloren allmählich den Faden, während der starke ehemalige TSG-Stürmer Volland ihre Abwehr immer wieder durchbrach.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit wurde kaum noch Fußball gespielt: Nachdem wiederholt Tennisbälle aus dem Union-Fanblock geflogen waren, schickte Schiedsrichter Robert Hartmann die Spieler in die Kabine und pfiff erst nach zwölf Minuten Unterbrechung wieder an.

Nsoki und Volland geraten aneinander

Die Proteste gegen den möglichen Investoreneinstieg bei der Deutschen Fußball Liga waren im ersten Durchgang kaum vorüber, da gerieten auf dem Spielfeld mehrfach Hoffenheims Nsoki und sein Gegenspieler Volland aneinander. Erst sahen beide Gelb, dann kassierte der Hoffenheimer Gelb-Rot (48.) – und zwei Minuten später auch der Union-Angreifer.

Während der verzögerten Pause beruhigten sich die aufgebrachten Gemüter. Auch dank Christopher Trimmel fand das überlegene Matarazzo-Team weiterhin kaum ein Durchkommen: Der Kapitän der Union schirmte Maximilian Beier effektiv ab – bis auf eine Szene in der 73. Minute: Doch da traf Hoffenheims Top-Torjäger das Außennetz, typisch für die ungefährlichen Abschlüsse der Kraichgauer. Fast aus dem Nichts fiel am Ende die Führung der Berliner, Josip Juranovic traf sogar noch den Pfosten für Union.

dpa