Niederlage im Viertelfinale gegen Taiwan – bittere Erfahrung für das Team, aber Chance für Paris.
Deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft ohne Medaille bei Team-WM in Südkorea

Die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft der Männer kehrt erstmals seit 2016 ohne Medaille von einem großen Turnier zurück. Bei der Team-Weltmeisterschaft in Südkorea verloren Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (TTC Neu-Ulm) und Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken) bereits im Viertelfinale mit 0:3 gegen Taiwan.
«So eine Niederlage haben wir gefühlt in den letzten 15 Jahren nicht erlebt. Und es ist echt bitter, dass das bei einer WM passiert. Aber lieber passiert es hier als in Paris», sagte Ovtcharov mit Blick auf die Olympischen Spiele im Juli und August. Die Qualifikation für den wichtigsten Wettbewerb des Jahres hatten die deutschen Männer durch einen Platz unter den besten Acht in Busan schon vor dem Spiel gegen Taiwan erreicht.
Der Einzel-Europameister Dang Qiu verlor am Freitag gleich zu Beginn in fünf Sätzen gegen den 42 Jahre alten Bundesliga-Profi Chuang Chih-Yuan vom TTC Fulda-Maberzell. Danach gab Ovtcharov gegen Taiwans Topspieler Lin Yun-Ju eine 2:0-Satzführung noch her (2:3). Im dritten Match unterlag Franziska dem 19-jährigen Kao Cheng-Jui in 1:3 Sätzen.
«0:3 hört sich wirklich katastrophal an. Aber wir waren heute nicht weit weg», sagte Ovtcharov. «Diese Erfahrung erdet uns und wird uns helfen, in Paris noch geschärfter ins Turnier zu gehen.»
Bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sowie bei den Olympischen Spielen 2021 hatte das Team unter der Leitung von Bundestrainer Jörg Roßkopf jeweils das Endspiel gegen China erreicht. Diesmal lief jedoch von Anfang an vieles schief. Der Rekord-Europameister Timo Boll musste seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft kurzfristig aufgrund einer Augenentzündung absagen. Dem ehemaligen Weltranglistenersten Ovtcharov wurden bei seiner Ankunft in Busan seine Schläger, Reisepass und Geld gestohlen.
«Es gibt mittlerweile mehr als nur drei Mannschaften, die sich um die Medaillen streiten», sagte der deutsche Sportdirektor Richard Prause. «Taiwan gehört jetzt dazu. Frankreich gehört dazu. Aber Deutschland gehört auch noch dazu.»








