Videoschiedsrichter könnten bald auch Eckbälle und Gelb-Rote Karten überprüfen. Was die Regelhüter planen und warum das auch für die Fußball-WM interessant ist.
Mehr Macht für Video-Referees: Auch Ecken auf Prüfstand

Die Fußball-Regelhüter haben Maßnahmen ergriffen, um den Videoschiedsrichtern neue Befugnisse zu geben. Zukünftig sollen die Schiedsrichter am Bildschirm auch bei eindeutig falschen Eckball-Entscheidungen und bei irrtümlich vergebenen Gelben Karten, die zu Gelb-Roten Karten führen, eine Überprüfung durchführen können. Ebenso sollen falsch zugeordnete Gelbe und Rote Karten korrigiert werden können.
Es wird darauf bestanden, dass das Spiel durch die Überprüfung der Eckbälle nicht verzögert wird. Die Verbände haben auch die Möglichkeit, diese Änderung einzuführen. Dies wurde beim jährlichen Geschäftstreffen des International Football Association Board (Ifab) in London beschlossen.
Einführung bei der WM und in der Bundesliga möglich
Die Änderungen sind jedoch noch nicht rechtskräftig und müssen durch die Generalversammlung des Ifab am 28. Februar in Hensol in Wales bestätigt werden. Danach treten Regeländerungen in der Regel am 1. Juni in Kraft. Bei der WM im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada könnten die Videoreferees bereits mit den neuen Aufgaben betraut sein. In der Bundesliga wären die Neuerungen dann ab der kommenden Saison möglich.
Die Regelhüter haben sich auch auf Innovationen konzentriert, die das Spiel beschleunigen sollen. In Zukunft soll die Acht-Sekunden-Regel bei Einwürfen und Torabstößen gelten, die bereits bei der Ballkontrolle der Torhüter angewendet wird. Der Schiedsrichter zeigt dabei einen Countdown mit den Fingern an.
Des Weiteren müssen Spieler innerhalb von zehn Sekunden den Platz verlassen, wenn sie ausgewechselt werden. Die genaue Zeitspanne, die verletzte Spieler außerhalb des Spielfelds warten müssen, nachdem sie auf dem Platz behandelt wurden, muss noch festgelegt werden.
Es handelt sich ausschließlich um Empfehlungen an die Generalversammlung, aber es ist wahrscheinlich, dass sie umgesetzt werden, da die Vorschläge bereits im Herbst letzten Jahres von der Technischen Kommission des Ifab gemacht wurden.
Das IFAB setzt alle Regeln des Weltfußballs fest. Es besteht aus vier Vertretern der FIFA, einschließlich Präsident Gianni Infantino, sowie jeweils einem Vertreter der nationalen Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland.








