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Nächste deutsche Medaillen: Silber für Lita Baehre und Meyer

Der vorletzte Tag beginnt und endet jeweils mit Edelmetall für die Gastgeber. Nach Saskia Feige gibt es die erhoffte Medaille für einen der Stabhochspringer – und noch eine ganz unerwartete.

Sprang mit einer Höhe von 5,85 Meter zu EM-Silber: Bo Kanda Lita Baehre.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Kurz vor den ersten Versuchen der deutschen Stabhochspringer leuchtete ein Regenbogen über dem Münchner Olympiastadion, am Ende glänzte Silber für Bo Kanda Lita Baehre.

Der Leverkusener musste sich mit 5,85 Metern nur dem schwedischen Überflieger Armand Duplantis geschlagen geben, der mit 6,06 Metern einen Rekord für eine EM aufstellte. Während Lita Baehre Edelmetall zuzutrauen war, sorgte Lea Meyer mit Silber über 3000 Meter Hindernis zum Schluss für den nächsten unerwarteten Erfolg bei dieser EM.

Nach dem vorletzten Tag der Europameisterschaften hat das deutsche Leichtathletik-Team, für das Geherin Saskia Feige am Samstagvormittag Bronze holte, nun schon 14 Medaillen auf dem Konto – und das nur einen Monat nach der verkorksten WM. Die Ausbeute von sogar 19 Plaketten vor vier Jahren in Berlin scheint aber außer Reichweite.

Keine leichten Bedingungen für Stabhochspringer

Die rund 30.000 Fans erlebten erneut einen tollen Abend. «Ich habe vorher gedacht, ich muss mein Bestes hier geben, um das Publikum nicht zu enttäuschen. Ich glaube, das ist mir gelungen», sagte der gefeierte Lita Baehre. Für die Stabhochspringer waren die Bedingungen nach zeitweise heftigem Regen und abendlich kühleren Temperaturen nicht einfach. Torben Blech verabschiedete sich als Erster des deutschen Trios und belegte mit übersprungenen 5,50 Metern Platz acht. Auch der WM-Fünfte Oleg Zernikel schied direkt danach schon bei 5,65 Metern aus und wurde höhengleich mit Blech gar nur Neunter.

Lita Baehre schaffte die Höhe im zweiten Versuch und kam immer besser in den Wettkampf hinein. Letztlich entpuppte sich der deutsche Meister bei 5,85 Metern als einziger Jäger von Duplantis, der zunächst über 5,90 Meter schwebte. Lita Baehre ließ nach einem Fehlversuch über diese Höhe gleich 5,95 Meter auflegen und riss, Duplantis schaffte sie auf Anhieb. Der Titelverteidiger, Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler hatte den Sieg sicher, als Lita Baehre bei seinem letzten Versuch scheiterte. «Ich werde eines Tages versuchen, ihn zu schlagen», sagte der WM-Siebte.

Danach füllte Lea Meyer über 3000 Meter Hindernis die Lücke, die durch die gesundheitsbedingte Absage von Titelverteidigerin Gesa Krause entstanden war. Die Läuferin vom ASV Köln musste sich in persönlicher Bestzeit von 9:15,35 Minuten nur Luiza Gega aus Albanien geschlagen geben, die in 9:11,31 Minuten gewann. «Ich hatte auf ein schnelles Rennen gehofft», sagte Meyer, «was passiert ist, verstehe ich noch nicht so ganz.»

Niederländerin Bol holt drittes EM-Gold

Die deutschen 4×400-Meter-Staffeln konnten nicht ganz vorn mitlaufen. Die Männer wurden Siebte, die Frauen gute Fünfte. Die Niederländerin Femke Bol feierte in der Staffel ihr drittes Gold nach den Erfolgen über 400 Meter und 400 Meter Hürden.

Der Tag hatte für die Gastgeber mit der nächsten Medaille erfreulich begonnen. Eingehüllt in eine Deutschland-Fahne holte sich Geherin Saskia Feige gleich nach dem Gewinn von EM-Bronze die Gratulationen von Familie, Freunden und Trainern ab. «Ich bin gerade einfach nur glücklich», sagte die 25-Jährige nach ihrem ersten großen internationalen Erfolg. Über 20 Kilometer schaffte sie auf einem Rundkurs im Herzen Münchens in 1:29:25 Stunden eine persönliche Bestzeit und holte die zweite Plakette für die deutschen Geher. Christopher Linke hatte Silber über 35 Kilometer gewonnen.

Am Schlusstag gibt es an diesem Sonntag (19.05 Uhr/ZDF) noch weitere Chancen. Sowohl die beiden Sprintstaffeln als auch Speerwerfer Julian Weber dürfen sich Hoffnungen auf Medaillen machen. Für die deutschen Frauen hängt viel davon ab, wie fit 100-Meter-Europameisterin Gina Lückenkemper ist. Sie sagte am Samstag nach bestandenem Härtest ihren Start zu. Die 25-Jährige wurde am linken Knie genäht, nachdem sie sich nach dem Zieleinlauf und einem Sturz selbst verletzt hatte. Das Bein habe sich beim Test so gut angefühlt, dass sie das Team aktiv auf der Bahn unterstützen könne, schrieb Lückenkemper bei Instagram.

dpa