Die Hoffnung auf einen erlösenden Sieg erweist sich als Wunschdenken. Nach dem 1:1 gegen Mainz droht dem BVB eine unruhige Winterpause. Die Kritik an Terzic dürfte lauter werden.
Nächster Rückschlag für den BVB: Remis gegen Mainz

Eine laute Pfeifkonzert von den Zuschauerrängen, verunsicherte Spieler auf dem Spielfeld und ein ernst dreinschauender Trainer an der Seitenlinie, der nun noch stärker in die Kritik gerät.
Nach dem schmerzhaften Verlust des Titels im vergangenen Mai hat Borussia Dortmund im Spiel gegen den FSV Mainz erneut Nerven gezeigt und einen bedeutenden Rückschlag erlitten.
206 Tage nach dem denkwürdigen Saisonfinale (2:2) an gleicher Stätte, mit dem das Team von Fußballlehrer Terzic die Meisterschaft noch verspielt hatte, blieb das erhoffte Erfolgserlebnis beim 1:1 (1:1) abermals aus. «Mir geht es grundsätzlich um die Situation, die ist nicht einfach», sagte BVB-Nationalspieler Julian Brandt beim TV-Sender Sat.1. «Die ist ätzend, wenn man ehrlich ist. Es ist immer beschissen, mit einem Unentschieden oder einer Niederlage in die Pause zu gehen.»
Sechstes Pflichtspiel ohne Sieg
Das sechste Pflichtspiel ohne Sieg in Serie dürfte die Kritik am BVB-Coach verstärken. Medienberichte über einen angeblichen «Spieleraufstand» gegen Terzic hatten bereits vor der Partie für zusätzliche Brisanz gesorgt. Die erneute Qualifikation des Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga für die Champions League gerät mehr und mehr in Gefahr.
«Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht», sagte Nationalspieler Emre Can: Es seien einfach die entscheidenden Momente, die nicht auf der Seite des BVB seien. «Es liegt nicht immer alles am Trainer. Es hat ja nichts mit dem Trainer zu tun, wenn der Ball an die Latte geht», betonte Can auch bei einer entsprechenden Nachfrage beim Pay-TV-Sender Sky.
Keine Weihnachtsruhe beim BVB
Das Tor der Gäste durch Sepp Van den Berg (43. Minute) am Dienstag vor 80.350 Zuschauern im Signal Iduna Park nach der vorübergehenden Führung des BVB durch Julian Brandt (29.) wird die erwartete Weihnachtsruhe stark beeinträchtigen.
Bei den Mainzern gab es jedoch endlich wieder einen Grund zur Freude. Das Ende der Torflaute nach 363 Minuten und das anständige Unentschieden ermöglichten zumindest für einen Tag den Sprung auf den 15. Tabellenplatz. Ob dies die Möglichkeit für Interimscoach Jan Siewert erhöht, zum Cheftrainer und dauerhaften Nachfolger von Bo Svensson befördert zu werden, bleibt vorerst jedoch unklar.
Auch Sabitzer trifft nur die Latte
Nachdem der BVB in den letzten Tagen kritisiert wurde, war er deutlich bemüht, sich zu rehabilitieren und übernahm von Anfang an die Kontrolle. Jamie Bynoe-Gittens setzte das erste Ausrufezeichen, als er den Ball in der achten Minute mit großer Kraft an die Latte schoss. Kurz darauf verfehlte der BVB-Stürmer das gegnerische Tor nur knapp mit einem Fernschuss (16.).
Ein beeindruckender Freistoß von Brandt entlastete Borussia ein wenig vom enormen Druck. Aus einer Entfernung von 18 Metern lenkte der Nationalspieler den Ball geschickt ins linke obere Eck und brachte seine Mannschaft in Führung. Nur zwei Minuten später war der BVB sogar kurz vor dem 2:0. Wie zuvor Bynoe-Gittens traf jedoch auch Marcel Sabitzer nur die Latte.
Pfiffe von den Rängen für die Borussen
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man von den Mainzern in der Offensive kaum etwas gesehen. Die 14:3-Torschüsse zugunsten des BVB spiegelten den Spielverlauf genau wider. Doch als das Team von Terzic das Tempo reduzierte, schlugen die Gäste eiskalt mit einem Tor aus dem Nichts zurück. Van den Berg köpfte eine Flanke von Philipp Mwene aus kurzer Distanz ins Netz.
Die besorgten Gesichter der BVB-Spieler bei Halbzeit zeigten mehr als tausend Worte. Nach dem Anpfiff wirkte die Borussia verunsichert. Plötzlich war Mainz das dominierende Team und drängte sogar auf die Führung. Erste Pfiffe von den Zuschauerrängen brachten die BVB-Spieler dazu, schneller zu spielen. Aber sie konnten sich nicht mehr so gute Chancen wie in den ersten 45 Minuten erspielen. Es war keine Auflehnung gegen das Unentschieden zu erkennen, und ein Treffer in der Nachspielzeit durch Giovanni Reyna wurde auch noch wegen einer Abseitsstellung aberkannt.








