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Neben Schüller und Popp: Offensiv-Optionen der DFB-Frauen

Neun Treffer in drei Gruppenspielen sprechen für den Angriff der DFB-Frauen. Dabei fehlte Torjägerin Lea Schüller zweimal. Die Bundestrainerin hat bei der EM aber viele Möglichkeiten im Angriff.

Ist zurück im DFB-Team: Lea Schüller (r).
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

In Lea Schüller kehrt rechtzeitig zum Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft die Torjägerin zurück in den deutschen Kader.

Die 24 Jahre alte Bundesliga-Torschützenkönigin vom FC Bayern weist mit 26 Treffern in 40 Länderspielen eine starke Quote auf. Schüller kommt am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ/ARD und DAZN) möglicherweise nicht von Beginn an zum Einsatz – wegen eines positiven Corona-Tests war sie eine Woche raus aus dem Training. Als Joker und auch im weiteren Turnierverlauf könnte sie aber wieder eine wichtige Rolle spielen – wenn sich die DFB-Frauen gegen Österreich durchsetzen.

Im Abschlusstraining im Brentford Community Stadium war Schüller dabei. Danach wollte Martina Voss-Tecklenburg nochmal mit ihr Rücksprache halten. Manchmal könne man «ja auch den inneren Schweinhund ganz gut überwinden, dann spielt vielleicht nicht die Fitness eine Rolle, sondern der Wille», sagte die Bundestrainerin. «Und dass sie einen großen Willen hat, steht außer Frage.»

Offensiv-Optionen hat die 54-jährige Trainerin neben Schüller jede Menge in ihrem ausgeglichen besetzten Kader:

Alexandra Popp:

Bei ihrer ersten EM – die beiden vergangenen Turniere verpasste sie wegen Verletzungen – kam die Kapitänin im ersten Spiel gegen Dänemark als Joker und traf per Kopf. Das Gleiche gelang der 31-Jährigen vom VfL Wolfsburg bei ihren Startelf-Einsätzen gegen Spanien und Finnland. Sie vertrat Schüller als Sturmspitze und gilt als Führungsfigur auf und neben dem Platz.

Klara Bühl:

Gilt auf der linken Angriffsseite als gesetzt, schoss das so wichtige 1:0 gegen Spanien. Die Bayern-Stürmerin ist mit ihren 21 Jahren schon enorm weit, schussstark und körperlich robust. 2019 wurde sie mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold als beste deutsche Nachwuchsspielerin ausgezeichnet.

Svenja Huth:

Schon 31, wird aber im DFB-Team als «ewige 19-Jährige» bezeichnet. Enorm flink und eine Dauerwirblerin auf rechts. Hat beim VfL Wolfsburg eine ganz starke Saison gespielt und DFB-Pokal und Meisterschaft gewonnen. Sie trägt schon mal die Kapitänsbinde, wenn Popp fehlt.

Jule Brand:

Die mit 19 Jahren Jüngste im Team kam bereits zu Teileinsätzen bei der EM. Eine Flügelstürmerin mit Zug zum Tor und starkem Antritt. «Eine Instinktfußballerin», sagte Voss-Tecklenburg. Für das Fachmagazin «11 Freunde» die «Newcomerin der Saison.». Sie wechselt zur neuen Saison von der TSG 1899 Hoffenheim nach Wolfsburg.

Tabea Waßmuth:

Promoviert gerade in Neuropsychologie. Gilt als reaktionsschnelle und spielstarke Angreiferin. In der Champions League-Saison kam die 25-Jährige auf zehn Tore für Wolfsburg, nur Weltfußballerin Alexia Putellas vom FC Barcelona traf einmal mehr. Muss sich bei der starken Konkurrenz im deutschen Team öfter hinten anstellen.

Nicole Anyomi:

Ist bei Eintracht Frankfurt Flügelstürmerin, doch Voss-Tecklenburg funktioniert sie derzeit zur Außenverteidigerin um – mit viel Zug nach vorne. Die 22-Jährige fremdelt noch etwas mit dieser neuen Rolle, jubelte aber als Joker beim 3:0 gegen Finnland über ihr erstes Länderspieltor.

dpa