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Niederlage gegen Kroatien: DHB-Team zittert um Olympia

Bitteres Déjà-vu für Deutschlands Handballer. Wie schon bei der Heim-EM ist Kroatien auch in der Olympia-Qualifikation zu stark. Gislason bangt um seinen Job.

Deutschlands Torwart Andreas Wolff am Boden.
Foto: Marcus Brandt/dpa

Die deutschen Handballer haben einen schweren Rückschlag in ihren olympischen Ambitionen erlitten. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason, dessen Vertrag nur bei einer Qualifikation bis 2027 verlängert wird, unterlag im zweiten Gruppenspiel Kroatien mit 30:33 (10:16). Das DHB-Team verpasste aufgrund der enttäuschend schwachen Leistung in der ersten Halbzeit eine Revanche für die EM-Niederlage im Januar sowie eine optimale Ausgangsposition vor dem abschließenden Spiel am Sonntag gegen Österreich.

Bei 10.099 Zuschauern war erneut Renars Uscins mit acht Toren der Top-Torschütze für das deutsche Team, das sich zwei Tage nach dem Sieg gegen Algerien viele Fehler im Angriffsspiel erlaubte. Die Möglichkeit einer Olympia-Teilnahme bleibt dennoch weiterhin bestehen. Ein Sieg gegen Österreich sollte am Sonntag ausreichen. Nur die beiden besten Teams aus der Vierergruppe sichern sich ein Ticket für die Sommerspiele in Frankreich.

Kroatien-Keeper wird zum DHB-Schreck

Die deutschen Handballer gingen mit einer Kombination aus Neugier und Unsicherheit in das Spiel gegen Kroatien. Niemand wusste, wie sich das Team aus dem Balkan unter ihrem neuen Trainer Dagur Sigurdsson präsentieren würde. Der Isländer war jedoch bestens mit dem deutschen Handball vertraut aus seiner Zeit als Bundestrainer.

Der scheinbare Wissensvorsprung zahlte sich aus. Das DHB-Team begann sehr nervös und scheiterte wie bereits bei der EM wiederholt an Kroatiens Torhüter Dominik Kuzmanovic. Vergebene Siebenmeter und zahlreiche technische Fehler führten zu einfachen Ballverlusten, die der elfte der EM schnell zu einer 5:1- und später zu einer 16:9-Führung nutzte. Einzig Torhüter Andi Wolff zeigte eine solide Leistung.

Spielmacher Knorr nicht in Form

Zum 24. Geburtstag von Rückraum-Ass Julian Köster mangelte es der deutschen Mannschaft an physischer Präsenz und Leidenschaft. Die Abwehr war schwach, die schlechte Bundesliga-Form von Spielmacher Juri Knorr zeigte sich auch im Nationalteam. Die Effektivität im Abschluss war bis zur Halbzeit katastrophal.

Das DHB-Team zeigte nach der Pause eine deutlich engagiertere Leistung, angefeuert vom Heim-Publikum. Die Zweikämpfe wurden nun intensiver geführt, besonders von Spielmacher Marian Michalczik und Co., wodurch der Rückstand auf drei Tore (17:20) schrumpfte. Die Einwechslung von Sebastian Heymann mit seinen knallharten Würfen und Uscins in seiner Heimhalle belebten das Offensivspiel.

Uscins‘ Aufbäumen hilft nicht

In der Partie war Deutschland nun präsent und Kroatien geriet plötzlich ins Wanken. Mit seinem Tor zum 21:23 brachte Jannik Kohlbacher die Fans in der Mitte der zweiten Hälfte in Ekstase. Obwohl jeder Wurf des U21-Weltmeisters Uscins in diesem Abschnitt im Tor landete, erholte sich Kroatien wieder.

In der Endphase wurde es intensiver und Heymann sah nach einem Foul die Rote Karte. Acht Minuten vor Spielende gingen die Gäste erneut mit vier Toren in Führung – und behielten den Vorsprung bis zum Ende. Deutschland benötigt gegen Österreich dringend eine Leistungssteigerung und einen Sieg.

dpa