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Weltmeister Christopher Grotheer siegt in Winterberg

Der 31-jährige Skeleton-Fahrer gewinnt mit knappem Vorsprung vor Titelverteidiger Matt Weston und holt seinen dritten Weltmeistertitel.

Hannah Neise wurde auf ihrer Heimbahn in Winterberg WM-Dritte.
Foto: Robert Michael/dpa

Der Peking-Olympiasieger Christopher Grotheer hat in Winterberg zum dritten Mal den Weltmeistertitel im Skeleton gewonnen. Der 31-jährige Athlet vom BSC Thüringen siegte nach vier Läufen mit einem Vorsprung von 23 Hundertstelsekunden vor dem Titelverteidiger Matt Weston aus Großbritannien. Auf dem dritten Platz landete der Chinese Zheng Yin, gefolgt vom Briten Marcus Wyatt, der im Finallauf den Bahnrekord auf 55,26 Sekunden verbesserte.

Der Olympia-Zweite Axel Jungk vom BSC Sachsen Oberbärenburg kam nach einem völlig verkorksten ersten Lauf («eine Katastrophe») noch auf Rang fünf. Felix Keisinger vom WSV Königssee landete auf Rang sechs.

Der in Wernigerode geborene Grotheer legte mit einem Bahnrekord (55,32 Sekunden) im dritten und vorletzten Lauf den Grundstein für seinen dritten Titelgewinn nach 2020 und 2021 in Altenberg. Nur der mittlerweile zurückgetretene Lette Martins Dukurs erzielte mit sechs WM-Siegen mehr.

Am Donnerstag setzte Grotheer die Bestzeit, landete jedoch im Regen im zweiten Lauf nur auf dem viertbesten Platz. Trotzdem reichte es für die Halbzeitführung – und am Freitag auch für den Sieg.

Neise holt Bronze

Hannah Neise musste jedoch mit der Bronzemedaille zufrieden sein. Die Olympiasiegerin von Peking 2022 führte, wurde jedoch im Finallauf von einem dichten Graupelschauer überrascht und auf ihrer Heimbahn noch ausgebremst.

Die Kanadierin Hallie Clarke sicherte sich den Sieg und ist mit 19 Jahren die jüngste Weltmeisterin in der Geschichte des Skeletons. Die Belgierin Kim Meylemans landete auf dem zweiten Platz und hatte einen Rückstand von 0,22 Sekunden auf die Kanadierin.

Der 23-jährige Neise vom BSC Winterberg fuhr im dritten von vier Läufen Bestzeit und war vor dem Finallauf zeitgleich in Führung mit Clarke. «Mein Gesicht lacht gerade. Gold wäre schön gewesen, mein Ziel war aber eine Medaille hier vor heimischen Publikum. Hallie hat einfach ein megastarkes Rennen gemacht, sie hat es total verdient», sagte Neise. Sie wurde 40 Kilometer entfernt von Winterberg im sauerländischen Arnsberg geboren und lebt unweit in Schmallenberg.

Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland kam auf Platz fünf. «Es war eine sehr gute Leistung von mir, aber schade, dass ich an einer Medaille vorbeigeschrammt bin. So ein spannendes Rennen war der Wahnsinn», sagte Pfeifer. Titelverteidigerin Susanne Kreher vom BSC Sachsen Oberbärenburg haderte wie schon am Vortag mit dem Material und musste sich mit Rang zehn begnügen. «Es ist schwierig, ich hatte einfach keinen Speed, es tut einfach nur weh», kommentierte Kreher.

dpa