Zum Saisonauftakt läuft es für Franziska Preuß noch nicht wie gewünscht. Mit der Staffel gibt es ein kleines Debakel, aber das weiß die Biathlon-Weltmeisterin realistisch einzuordnen.
Preuß hadert nach Fehlstart: «Schlechte Leistung»

Der verpatzte Auftakt in den Olympia-Winter ließ Franziska Preuß kurz etwas ratlos zurück. «Ich weiß noch nicht genau, warum ich stehend so versagt habe», sagte die Gesamtweltcupsiegerin. Platz elf mit der deutschen Frauenstaffel und ihre eigene Strafrunde trotz drei Nachladern im Stehendschießen waren beim Weltcupstart in Östersund so gar nicht nach dem Geschmack der 31-Jährigen. «Es ging nach hinten los. Das war einfach nicht gut, da muss man nicht viel dazu sagen», urteilte Preuß in der ARD offen.
Die Weltmeisterin in der Verfolgung und ihre Teamkolleginnen Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Selina Grotian hatten andere Ambitionen, als sie antraten. Aber aufgrund von zwei Strafrunden von Grotian und insgesamt zehn Nachladern war das Quartett beim überlegenen Sieg des Weltmeisters Frankreich chancenlos, mit über drei Minuten Rückstand. Auch die guten Leistungen von Voigt und der Rückkehrerin Hettich-Walz nach ihrer Babypause halfen nicht. Es war mehr als dreieinhalb Jahre her, dass es im Weltcup in Tschechien eine deutsche Staffelplatzierung außerhalb der Top Ten gegeben hatte.
«Platz elf ist weit unter unserem Anspruch»
«Das war definitiv eine schlechte Leistung», sagte Preuß. Dem stimmte auch Sportdirektor Felix Bitterling zu: «Platz elf ist weit unter unserem Anspruch, diese Einschätzung teilen absolut alle in unserer Mannschaft.» Ziel müsse sein, diese Enttäuschung «bei der nächsten Staffel wieder auszumerzen». Immerhin machten es die Männer besser und kämpften sich von Platz 15 noch auf Rang vier nach vorn. Beim Triumph Norwegens kämpften Justus Strelow, Danilo Riethmüller, Philipp Nawrath und Philipp Horn am Ende um die Podestplätze mit, wurden in MIttelschweden für ihre Leistungssteigerung aber nicht ganz belohnt.
Preuß ließ sich nicht lange von dem missglückten Rennen beeinflussen. Sie war erfreut, wieder am Start zu sein. Der Höhepunkt ihrer 13. Weltcup-Saison sind die Olympischen Winterspiele mit den Biathlonrennen im Februar 2026 in Antholz. Dort eine Medaille zu gewinnen, vielleicht sogar eine goldene, könnte das Highlight ihrer Karriere sein. Die gesamte Saison mit monatelanger Vorbereitung ist darauf ausgerichtet. Dass der Weg dorthin jedoch noch weit ist, wurde auch in Östersund deutlich.
Preuß muss niemandem mehr etwas beweisen
«Die Strecke haut muskulär ganz schön rein», sagte Preuß. Nach der anstrengenden Laufrunde habe beim Stehendschießen «alles nur noch gewackelt», sagte sie. Folglich gingen bei der Schlussläuferin zu viele Schüsse daneben: «Ich habe die Waffe schlussendlich einfach nicht ruhig bekommen.» Die Konkurrenz zeigte sich sowohl in der Loipe als auch am Schießstand schon besser in Form. Die Chance, es besser zu machen, bekommt Preuß aber bereits am Dienstag (15.30 Uhr/ZDF und Eurosport) im Einzel über 15 Kilometer.
Sie entschied sich dafür, die Mixed-Wettbewerbe am Sonntag auszulassen, um sich zu Beginn eines langen Winters zu schonen. Letzte Saison gewann sie erstmals den Gesamtweltcup und erhielt in Oslo die große Kristallkugel. In einem knappen Finale setzte sich Preuß knapp mit nur 20 Punkten Vorsprung vor der Französin Lou Jeanmonnot durch. Die 27-Jährige zeigte sich zu Beginn des Rennens wieder in Topform und führte ihr Team als Schlussläuferin zu einem ungefährdeten Staffelsieg.
Ob Preuß das beunruhigt? Wohl kaum. «Ich muss mir und auch sonst niemandem mehr etwas beweisen», hatte sie schon vor der Reise nach Skandinavien gesagt. Diese Einstellung gibt ihr eine Ruhe, «die mir, wenn ich ihre Konkurrentin wäre, Sorgen bereiten würde», sagte Bitterling.








