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«Rechtssicherheit»: Köln beharrt auf neue DFL-Abstimmung

Die Bedenken an den Plänen zum Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) wachsen. Neben anderen Clubs plädiert erneut der 1. FC Köln für eine neue Abstimmung – aus diversen Gründen.

Kölns Geschäftsführer Christian Keller plädiert für eine neue Abstimmung zum geplanten Investoren-Einsieg bei der DFL.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Der 1. FC Köln hat seine Argumentation für eine erneute Abstimmung über den Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) hauptsächlich mit der fehlenden Rechtssicherheit der DFL-Pläne begründet.

«In erster Linie geht es uns darum, für Rechtssicherheit und für Akzeptanz zu sorgen. Bekanntermaßen bestehen Verdachtsmomente, dass die Abstimmung auf der DFL-Mitgliederversammlung aufgrund des Stimmverhaltens von Hannover 96 nicht rechtswirksam gewesen ist und damit einhergehend ein Verstoß gegen die 50+1-Regel vorliegt. Diese Verdachtsmomente müssen vollständig ausgeräumt werden», sagte Sport-Geschäftsführer Christian Keller im Interview mit dem Geissblog. 

Nach Einschätzung von Keller ist «eine potenzielle Zusammenarbeit der Bundesligen mit einem Private-Equity-Unternehmen eine große kulturelle Herausforderung und nicht wirklich passfähig zum Wesenskern des deutschen Profifußballs als öffentliches Kulturgut». Deshalb müsse «klar und verständlich kommuniziert werden, warum der Deal aus Sicht einer Mehrheit der Clubs erforderlich ist».

Die umstrittene Rolle des Martin Kind

Die DFL plant, eine Milliarde Euro von einem Finanzinvestor durch prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen einzunehmen. Bei der Abstimmung der 36 Proficlubs über den Deal wurde die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp erreicht. Aufgrund der kontroversen Rolle von Geschäftsführer Martin Kind von Hannover 96 besteht der Verdacht, dass bei der Abstimmung möglicherweise gegen die 50+1-Regel verstoßen wurde.

Zahlreiche Fans protestieren auch an diesem Wochenende bei Spielen dagegen vor allem mit dem Werfen von Gegenständen. «Die Fanproteste sind unmittelbare Folge der bestehenden rechtlichen Verdachtsmomente, der beschriebenen fußballkulturellen Herausforderung sowie der bislang mangelhaften Kommunikation mit der Basis», kommentierte Keller. 

Die Kölner hatten am Freitag einen Antrag angekündigt, «das DFL-Präsidium vom durch die Mitgliederversammlung erteilten Abschlussmandat zu befreien». Die Entscheidung über einen Investoren-Einstieg solle an die Clubs zurückfallen. Sollte es dafür eine außerordentliche Mitgliederversammlung benötigen, werde der FC diese ebenfalls beantragen. 

«Wir reden beim angestrebten Private-Equity-Deal von einer der relevantesten Entscheidungen seit Einführung der Bundesliga. Von den heutigen Entscheidungsträgern wird in 20 Jahren – so lange soll der Deal laufen – aber kaum noch einer da sein. Umso größer ist unser aller Verantwortung, etwas so Weitreichendes auf eine breite Basis zu stellen», sagte Keller.

dpa