Am Mittwoch starten Deutschlands Handballer in die Heim-EM. Gelingt 17 Jahre nach dem WM-Titel in Köln das nächste Wintermärchen? Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen.
Rekorde, Favoriten, TV: So läuft die EM in Deutschland

Erstmals wird eine Handball-Europameisterschaft der Männer in Deutschland ausgetragen. Vom 10. bis 28. Januar werden 24 Teams in 65 Spielen um den europäischen Titel kämpfen. Bereits in der Vorrunde erwarten die DHB-Auswahl zwei besondere Highlights: Zuerst das Eröffnungsspiel vor einer Weltrekordkulisse, dann das spannende Duell mit einem Mitfavoriten. Die Favoriten für eine Medaille sind bereits bekannt und der deutsche Kader steht fest: So sieht der Ablauf der Heim-EM aus.
Wo finden die EM-Spiele statt?
Mit Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim und München gibt es sechs Spielorte in Deutschland. Das DHB-Team in Gruppe A trägt seine Vorrundenspiele in Düsseldorf und Berlin aus. Gruppe B und E um Spanien und Schweden spielen in Mannheim. Gruppe C und F mit Top-Favorit Dänemark muss in München ran. Norwegen spielt in Gruppe D in der Hauptstadt um den Einzug in die Hauptrunde. Sollte sich Deutschland für die zweite Turnierphase qualifizieren, geht es in Köln weiter, wo auch die Finalrunde steigt. Probleme bereitet der angekündigte Bahnstreik. Die Bahn ist offizieller EM-Partner. «Wir haben einen Plan B in der Tasche», berichtete Sportvorstand Axel Kromer.
Auf wen trifft Deutschland in der Vorrunde?
Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason hat eine knifflige, aber lösbare Gruppe erwischt. Wichtigstes Spiel im Kampf um die Hauptrunde ist das Auftaktduell mit der Schweiz am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) in der Düsseldorfer Fußballarena vor einer Weltrekordkulisse von 53.000 Fans. «Es kribbelt schon ordentlich», sagte Rückraumspieler Julian Köster. Am 14. Januar wartet in Berlin gegen Nordmazedonien eine Pflichtaufgabe, bevor es zwei Tage später zum Handball-Kracher mit Frankreich kommt. Die besten zwei Teams jeder der sechs Vierer-Gruppen qualifizieren sich für die Hauptrunde.
In welcher Form ist die deutsche Mannschaft?
Mit zwei Testspielsiegen gegen Portugal hat sich das DHB-Team Selbstvertrauen für die Heim-EM geholt. Vor allem das 35:31 am Samstag macht Hoffnung auf ein erfolgreiches Turnier. «Wir haben zwei Schritte nach vorn gemacht», befand Gislason nach einer soliden Torhüter- und Abwehrleistung. Problem bleibt die mangelnde Konstanz über 60 Minuten. In den Duellen mit den Südeuropäern leistete sich der deutsche Kader in der zweiten Halbzeit jeweils einen Durchhänger.
Wer gehört zum Kader der DHB-Auswahl?
Der deutsche Kader ist nach den Verletzungen von Marian Michalczik und Patrick Groetzki auf 17 Spieler geschrumpft. Mit vier Europameistern von 2016, vier U21-Weltmeistern und einem Neuling geht der Bundestrainer die Medaillen-Mission an. «Wir haben eine sehr, sehr gute Mannschaft, die weit kommen kann – auch wenn die Erfahrung nicht ganz so da ist wie bei anderen Nationen», sagte Gislason.
Zu den erfahrenen Spielern gehören neben dem Torhüter Andreas Wolff (32) auch der Rückraumspieler Kai Häfner (34) und Christoph Steinert (33). Aus der U21-Weltmeistermannschaft haben es der Torwart David Späth (21), die Rückraumspieler Renars Uscins (21) und Nils Lichtlein (21) sowie der Kreisläufer Justus Fischer (20) in den Kader geschafft. Martin Hanne (22) gibt sein Debüt in der Nationalmannschaft.
Wo kann man die Spiele verfolgen?
Die Handball-EM ist ausschließlich bei Dyn zu sehen, um das Ganze zu vervollständigen. Laut eigenen Angaben überträgt der kostenpflichtige Internet-Sender alle 65 Spiele des Turniers, wovon mindestens 31 Spiele exklusiv sind. Die Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft werden kostenlos im Ersten und im Zweiten gezeigt, da diese Sender sich die Rechte für die Heim-Europameisterschaft bereits vor mehreren Jahren gesichert haben. Zusätzlich zeigen ARD und ZDF weitere Spiele ohne Beteiligung des DHB-Teams.
Wer sind die Favoriten?
Dänemark, der Weltmeister, ist der klare Favorit auf den EM-Titel. Man kann auch mit Schweden, dem Titelverteidiger, Spanien, dem Vize-Europameister, und vor allem Frankreich, dem Vize-Weltmeister, rechnen. Die deutsche Handball-Auswahl strebt den Einzug ins Halbfinale an und hofft auf einen ähnlichen Effekt wie bei der Heim-WM 2007, als das Publikum sie zum Weltmeister-Titel getragen hat.
Ist Deutschland schon für Olympia qualifiziert?
Nein. Das DHB-Team kämpft noch um sein Ticket für die Olympischen Spiele 2024 in Frankreich. Wenn sie Europameister werden, wäre die deutsche Mannschaft automatisch für Olympia qualifiziert. Dies ist ihnen bereits 2004 und 2016 gelungen. Wenn es mit dem Titel nicht klappt, hat das Team aufgrund des fünften Platzes bei der letzten Weltmeisterschaft bereits die Teilnahme an einem der drei Olympia-Qualifikationsturniere im Frühjahr sicher. Gastgeber Frankreich, Weltmeister Dänemark, Japan und Argentinien können bereits mit Sicherheit für den Höhepunkt an der Seine planen.








