Der SC Freiburg feiert einen historischen Erfolg und zieht ins Europa-League-Finale ein, nachdem das Rückspiel gegen Sporting Braga mit 3:1 gewonnen wurde. Trotz zwischenzeitlicher Nervosität nach dem Anschlusstreffer bleibt der Verein auf Kurs, um den Traum von Istanbul zu verwirklichen.
SC Freiburg: Historischer Einzug ins Europa-League-Finale nach packendem Halbfinale

Das bislang größte Spiel in der Vereinsgeschichte des SC Freiburg ist entschieden: Der Breisgauer Fußballclub hat sich einen Platz im Finale der Europa League gesichert. Im Rückspiel des Halbfinales drehten die Freiburger die knappe Hinspielniederlage gegen Sporting Braga und gewannen mit 3:1 (2:0). Die Portugiesen mussten lange in Unterzahl spielen, dennoch wurde es am Ende noch einmal spannend.
Bereits vor dem Schlusspfiff stürmten die Fans von Freiburg von den Tribünen, und als der historische Finaleinzug schließlich feststand, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Die Spieler des Sport-Clubs bildeten eine große Jubeltraube, Trainer Julian Schuster konnte seine Tränen der Freude nicht zurückhalten, und die Anhänger stürmten auf das Spielfeld, um gemeinsam zu feiern. Der SC Freiburg hat sein Traumziel Istanbul erreicht und steht kurz vor der Vollendung seiner beeindruckenden europäischen Reise.
Die Breisgauer setzten sich im Halbfinal-Rückspiel der Europa League mit 3:1 (2:0) durch und machten damit das 1:2 aus dem Hinspiel wett. Am 20. Mai werden sie in der türkischen Metropole das erste Europacup-Endspiel der Vereinsgeschichte bestreiten (21 Uhr/RTL und im Liveticker). Nur Aston Villa steht dem angestrebten historischen Titelgewinn noch im Weg. „Ich habe gar keine Stimme mehr vom ganzen Rumschreien“, sagte Matthias Ginter bei RTL. „Wir müssen den letzten Schritt einfach noch gehen. Wir haben jetzt das wichtigste Spiel in der Vereinsgeschichte. Für Freiburg ist das einmalig.“
Ein packendes Spiel mit entscheidenden Momenten
Lukas Kübler (19., 72.) und Johan Manzambi (41.) sorgten mit ihren Toren für unbändigen Jubel auf Seiten der Freiburger. Pau Victor erzielte den Anschlusstreffer für Braga (79.), das nach der frühen Roten Karte für Mario Dorgeles (6.) fast das gesamte Spiel in Unterzahl agieren musste. Das Team von Trainer Julian Schuster konnte sich auf seine starke Heimstärke verlassen, denn der Sport-Club hat in dieser Europa-League-Saison alle sieben Partien im eigenen Stadion gewonnen.
Unter den Augen prominenter Zuschauer
Vor den Augen von 33.700 Zuschauern, darunter der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw, zeigte Freiburg von Beginn an eine starke Leistung. „Wir wissen, was wir können“, betonte Freiburgs Keeper Noah Atubolu vor der Partie und kündigte „eine Schlacht“ an. Der SC musste jedoch auf Yuito Suzuki verzichten, der sich beim letzten Bundesliga-Spiel gegen Wolfsburg eine Fraktur des rechten Schlüsselbeins zugezogen hatte. Trainer Schuster setzte stattdessen auf den erfahrenen Nicolas Höfler in der Anfangsformation.
Angestachelt von den lautstarken Gesängen der eigenen Fans übernahm Freiburg sofort das Kommando auf dem Platz. Bereits nach sechs Minuten waren die Freiburger in Überzahl, als Dorgeles, der im Hinspiel in der Nachspielzeit den Sieg für Braga sicherte, den allein aufs Tor zulaufenden Jan-Niklas Beste zu Fall brachte und dafür die Rote Karte sah.
Braga fiel in der Folge nicht durch Offensivaktionen auf, sondern durch frühes Zeitspiel. Der Druck der Freiburger nahm weiter zu, und die Führung war folgerichtig: Kübler beförderte eine zu kurz abgewehrte Flanke ins Tor der Portugiesen, der Ball fand den Weg ins Netz. Auch danach ließ Freiburg dem Gegner keine Luft zum Atmen und agierte im Aufbauspiel überlegt und geduldig. Manzambi erhöhte mit einem präzisen Schuss aus rund 20 Metern ins rechte Eck. Der Rückstand aus dem Hinspiel war damit gedreht, doch Freiburg hatte kurz vor dem Pausenpfiff auch Glück, als Victor Gomez den Pfosten traf (45.+1).
Spielverlauf und Schlüsselmomente
Im zweiten Abschnitt drängte der Sport-Club auf die Entscheidung: Vincenzo Grifo traf den Außenpfosten (47.), Matthias Ginter verfehlte das Tor nur knapp (49.), und Bragas Keeper Lukas Hornicek parierte einen Schuss von Manzambi (53.).
Braga gab jedoch nicht auf: Jean-Baptiste Gorby (58.) und Joao Moutinho (69.) verpassten den Anschluss. Kübler erhöhte per Kopfball, doch Braga sorgte mit dem Anschlusstreffer für Spannung und ließ Freiburg bis zum Schlusspfiff zittern.
Statistik des Spiels
- Tore: 1:0 Kübler (19.), 2:0 Manzambi (41.), 3:0 Kübler (72.), 3:1 Pau Victor (79.)
- Freiburg: Atubolu – Kübler (80. Makengo), Ginter, Lienhart, Treu – Eggestein, Höfler – Beste (81. Ogbus), Manzambi, Grifo (90.+2 Höler) – Matanovic; Trainer: Schuster.
- Braga: Hornicek – Victor Gómez, Vitor Carvalho (65. Moscardo), Paulo Oliveira, Lagerbielke – Joao Moutinho, Demir Ege Tiknaz (77. Gabri Martinez), Gorby – Dorgeles, Zalazar (65. Fran Navarro), Pau Victor; Trainer: Vicens.
- Schiedsrichter: Davide Massa (Italien)
- Rote Karte: Dorgeles wegen einer Notbremse (6.)
- Gelbe Karten: Pau Victor, Gorby, Tiknaz, Gabri Martinez
- Zuschauer: 34.700 (ausverkauft)
Der SC Freiburg hat mit diesem Sieg nicht nur die Chance auf den Titel, sondern auch die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben.
Quellen: n-tv








